100 Jahre Kirche Wanheim

 
Das Festprogramm
 
Sonntag, 22. Juni 2003
10.00 Uhr

Festgottesdienst, Predigt: Präses Nikolaus Schneider
Musik: Helmut Lierhaus (Orgel) und der Ungelsheimer Posaunenchor
Montag, 23. Juni 2003
17.30 Uhr

Kirchenführung mit Friedrich Brand

20.00 Uhr
Festakt zum 100. Geburtstag der Wanheimer Kirche.
Im festlichen Rahmen mit musikalischer Gestaltung durch den Männergesangverein Thyssen-Wanheim empfängt die Gemeinde Gäste aus Stadt und Kirche.
Dienstag, 24. Juni 2003
19.30 Uhr
"Lass mich lügen". Kabarett mit Okko Herlyn.
Okko Herlyn, einst Pfarrer der Gemeinde ist Professor für Theologie an der Evangelischen Fachhochschule in Bochum und macht als Kabarettist von sich Reden. "lass mich lügen" lebt aus einer fast schon schmerzhaft genauen Wahrnehmung von Menschen in der Provinz und anderswo, eine temporeiche Collage aus Szenen und Songs.
Eintritt zugunsten der Kirche: Für Erwachsene 8 €, für Jugendliche 5 €.

Mittwoch, 25. Juni 2003
15.00 Uhr - 20.00 Uhr

Actionreiche Geburtstagsfete von und mit Kindern und Jugendlichen
Mit Tanz, Fotorallye, Fliegerwettbewerb, Ballonregen, einer Ausstellung über die Turmfalken im Kirchturm, Theater und einer Schulstunde von "Anno Tobac" feiern Kinder, Jugendliche und Junggebliebene ihre Kirche. Es gibt auch Leckeres zu essen und zu trinken.

Donnerstag, 26. Juni 2003
15.00 Uhr
Festlicher Nachmittag in der Frauenhilfe. Helmut Blank erzählt von seinem über 30-jährigen Dienst als Pfarrer in Wanheim

19.00 Uhr
Domkonzert. Stadtpfeyffen mit historischen Instrumenten.
Die "Stadtpfeyffen" spielen alte Musik auf historischen Instrumenten, wie Gambe, Laute und Drehleier.
Freitag, 27 .Juni 2003
15.00 Uhr
Schwoof der Hundertjährigen. Festliches Treiben um die
Kirche mit hundertjährigen Gästen.
Die Kirche wird 100 Jahre alt. Deshalb sind andere Hundertjährige eingeladen. Menschen, Tiere Autos, Feuerwehrspritzen und Kleidung erzählen etwas aus der Zeit, als die Kirche gebaut wurde. Dazu gibt es Musik, Getränke und Essen.
Samstag, 28. Juni 2003
13.00 Uhr

Volldampf mit dem Historischen Zug an den Niederrhein.
Die Eisenbahnfreunde aus Bochum-Dahlhausen und von HKM ermöglichen uns eine Historische Zugfahrt an den Niederrhein. Acht Waggons, darunter ein Barwagen werden von einer Dampflok gezogen. Vorverkauf bei Frank-Michael Rich (70 92 27) und im Pfarrhaus Beim Knevelshof 57: Familienticket 50 €, Erwachsene 20 €, Kinder 10 €.
Sonntag, 29. Juni 2003
10.00 Uhr

Gottesdienst mit der ältesten Bibel Duisburgs
Die Lutherbibel von 1626 zeigt in vielen detailreichen Bildern, Szenen aus dem Neuen und Alten Testament. Sie gehörte wahrscheinlich dem Landfermann-Gymnasium und wird in der Stadtbibliothek aufbewahrt.

17.00 Uhr
Gospelkonzert mit Vayrocana. Vayrocana heißt "strahlender Weg" und ist ein Düsseldorfer Gospelchor, der den bekannten amerikanischen Gruppen in Nichts nachsteht.

Festschrift
Zum großen Jubiläum erscheint eine Festschrift.
Diese wird zum Preis von 5 € an verschiedenen Stellen in der Gemeinde angeboten.

Becher
Einen Trinkbecher mit dem Jubiläums - Logo gibt es zum Preis von 5 €.

T-Shirt
Das T-Shirt mit dem Loge wird 10 € kosten.
 

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche
Sonntag, 22. Juni 2003

Festgottesdienst mit Präses Nikolaus Schneider
 
 
 
 
Es hat alles gepasst beim festlichen Gottesdienst zum hundertjährigen Bestehen der Wanheimer Kirche: Musik und gesprochene Worte, die froh gestimmte Gemeinde und der strahlende Sonnenschein. Viele der 350 Teilnehmer äußerten hinterher das Gefühl, einen schönen Gottesdienst erlebt zu haben, der Kopf und Herz und Sinne ansprach.

Das Fest fing an mit einem feierlichen Einzug der beiden Geistlichen, Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Pfarrer Friedrich Brand. Hinter ihnen gingen wie vor hundert Jahren bei der Einweihung der Kirche, die Konfirmanden. Sie trugen die weißen Jubiläums-T-Shirts und eine Kerze, die sie im Unterricht verziert hatten. Den Schluss des Zuges bildeten die Mitglieder des Presbyteriums. Zum Einzug spielte der Ungelsheimer Posaunenchor. Auf dem Altar stellten die Konfirmanden ihre Kerzen ab, so dass der Tisch festlich geschmückt wie ein Geburtstagstisch aussah.
Vier Presbyterinnen trugen einen Dank für die Kirche vor. "Die Wanheimer Kirche ist ein Schatz. Sie ist die gute Stube, das Wohnzimmer der Gemeinde, ein Ort der Ruhe, der Besinnung und der Begegnung mit Gott und mit Menschen." So lauteten einige der Dankesworte.

Die Predigt hielt der Präses, der in der Nachbarschaft der Kirche, in Hüttenheim aufgewachsen ist. Er legte den Text des Sonntags aus, die Geschichte vom reichen Mann und vorm armen Lazarus. Ob es ein Happy End in der Geschichte gibt, so fragte er zu Beginn. Am Ende seiner Predigt kam er auf diese Frage zurück und sagte: Die Geschichte lädt dazu ein, ein Happy End für alle Menschen herbei zu führen, also die Welt gerechter und friedlicher zu gestalten.
Zuvor hatte er in Worten, die unter die Haut gingen, von seinem Besuch in Ruanda kurz nach dem Ende des Bürgerkriegs erzählt. Dort hat er die Folgen unvorstellbarer Grausamkeiten gesehen. In den entwurzelten, verwundeten, gedemütigten Menschen ist im Lazarus begegnet. Schneider schilderte, was ihm in diesen Momenten durch den Kopf ging: "Was sagst du diesen Menschen als einer, der aus einem reichen Land kommt, der in Frieden leben kann und sein gutes Auskommen hat? Was sagst du als Vertreter einer reichen Kirche diesen Armen?" Die Antwort hätten ihm die Menschen vor Ort abgenommen, erzählte Schneider. Ein Pfarrer berief sich in einer Predigt auf die Geschichte vom armen Lazarus und schöpfte aus dieser Geschichte die Hoffnung, dass alles Unrecht und alle Schreckensherrschaft begrenzt ist und dass es ein Gericht gibt, wo die Opfer zu ihrem Recht kommen.
In dem Gericht, so führte Schneider aus, werden die Reichen nicht wegen ihres Reichtums gerichtet, sondern weil sie die Opfer ihrer Lebensweise nicht wahrnehmen. Unvermittelt sprach Schneider die Konfirmanden in der ersten Reihe direkt an und fragte sie, was als erstes in der Geschichte von dem reichen Mann erzählt wurde. Einen Moment lang herrschte in der Kirche atemlose Stille, auch die Erwachsenen dachten fieberhaft nach. Dann gab Schneider selbst die Antwort: "Er kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen". Schneider ergänzte mit Worten, die heute gebräuchlich sind: "Dem Mann ging es um seine Klamotten." So sehr war er damit beschäftigt, alle Tage herrlich und in Freuden zu leben, dass er darüber den Lazarus vor seiner Haustür nicht bemerkte.
Genau das habe Jesus mit seiner Geschichte bewirken wollen: Dass die besser Gestellten sehen, wo es jemandem schlecht geht und sich ihm helfend zuwenden. Wo das geschieht, da ereignet sich, so Schneider, das Happy End für alle. Der arme Lazarus muss nicht erst auf das Jenseits warten, er kann in diesem Leben schon von seiner Armut befreit werden. Und der Reiche muss nicht erst im Höllenfeuer erkennen, was er versäumt hat. Er kann jetzt anfangen, das Gerechte unter den Menschen zu tun.
Als wenn das Presbyterium vorher die Predigt des Präses gekannt hätte, so gut passte der Zweck der Kollekte, die anschließend gesammelt wurde. Ein Zeichen der Dankbarkeit für die gelungene Renovierung der Kirche wollte das Presbyterium mit der Kollekte setzen. Sie sollte einer Gemeinde zugute kommen, deren Kirche ebenfalls renoviert werden muss. Das Presbyterium entschied sich, die umfangreichen Erneuerungsmaßnahmen an der Kreuzes-kirche in Marxloh zu unterstützten. Die Gemeinde Marxloh ist zwar kein armer Lazarus. Aber ohne fremde Hilfe kann sie ihre Kirche nicht erhalten, die zur gleichen Zeit und im gleichen Stil wie die Wanheimer Kirche gebaut worden ist. Im Jahr 2005 will die Gemeinde Marxloh das hundertjährige Bestehen ihrer Kirche feiern. Bis dahin muss das Dach vollständig erneuert, dasAußenmauerwerk an vielen Stellen ausgebessert werden. Anschließend ist ein neuer Innenanstrich fällig und die Erneuerung der Heizung. Es muss also noch viel getan werden. Ein kleiner Beitrag dazu sind die 866 Euro, die bei der Kollekte am 22. Juni in Wanheim eingekommen sind.

Nach dem Gottesdienst ging es draußen weiter. Fleißige Helfer hatten am Tag zuvor ein Zelt über der Terrasse hinter der Kirche aufgestellt. Schnell kamen ein paar Stühle und Tische dazu. So hatten alle Platz zum Sitzen. Der "Fanshop" öffnete, in dem es die Festschrift, Tassen und T-Shirts mit dem Festlogo zu kaufen gab. Auch der Präses blieb noch eine Weile. Frühere Nachbarn begrüßten ihn. Dem ehemaligen Wanheimerorter Kirchmeister Alfred von der Heidt gelang es, ihn zu einem Gespräch unter vier Augen beiseite zu nehmen.
Erst gegen ein Uhr am Mittag löste sich die Versammlung auf, so wohl fühlten sich die Menschen in der Festgemeinde.

 

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche
Montag, 23. Juni 2003

Großer Festakt am Geburtstag der Kirche
 
 
 
 

Mit einer Kirchenführung ging das Fest am Montag, dem eigentlichen "Geburtstag" der Kirche weiter. Am 23. Juni 1903 ist sie feierlich eingeweiht worden. Ungefähr fünfzig Personen versammelten sich hundert Jahre später am Eingang. Etliche unter ihnen waren von der anderen Rheinseite gekommen. Bis 1806 hat Wanheim-Angerhausen zur Gemeinde Friemersheim gehört.
Pfarrer Friedrich Brand wies die Besucherinnen und Besucher auf die Besonderheiten des Bauwerks hin. Die Frage, welches die ältesten Teile innerhalb der Kirche sind, konnte erst nach längerem Raten beantwortet werden: Die Abendmahlsgefäße, gestiftet von Heinrich und Gerhardine Höschen, geb. Krins. So weist es die Inschrift auf den Gefäßen aus. Das kostbare Geschenk hat die Gemeinde zu ihrer Gründung im Jahr 1856 erhalten.
Den Abschluss der Führung bildete die Ent-hüllung der Gedenktafel am Kirchen-eingang, die der Wanheimer Heimat- und Bürgerverein gestiftet hat.

Ein Festakt bildete am Abend den Höhepunkt der Geburtstagsfeier. Das Wanheimer Presbyterium hatte Gäste aus Kirche und Stadt eingeladen und um ein Grußwort gebeten.
Den Reigen der Grußworte aus dem städtischen Umfeld der Gemeinde eröffnete Pfarrer Hans-Peter Latsch von der katholischen Schwestergemeinde St. Suitbert wies auf die ökumenische Verbundenheit hin, die sich vor allem in gemeinsamen Wortgottesdiensten zeigt und in der Bibelwoche Anfang des Jahres, die recht großen Anklang gefunden hat. Er freut sich auf das 90-jährige Jubiläum seiner Pfarrgemeinde im kommenden Jahr.
Zweiundzwanzig Personen kamen dieser Einladung nach und beglückwünschten die Gemeinde zu ihrer schönen Kirche. Axel Kaden leitete an der Orgel den festlichen Abend ein. Zwischen den Grußworten sorgte der Männergesangverein Thyssen-Wanheim für musikalische Auflockerung. Pfarrer Brand führte durch den Abend. Er brachte eine zeitliche Ordnung in die Reihenfolge, in der die kirchlichen Gäste sprachen. Werner Kretschmann als Vertreter der Gemeinde Friemersheim sprach als erster, weil Wanheim mit dieser Gemeinde die älteste Beziehung hat. Stephan Blank, ein Wanheimer Junge, kam als Vertreter der Innenstadt-Gemeinde als nächster an die Reihe. Zwischen 1806 und 1856 hat Wanheim zur Duisburger Salvator-Gemeinde gehört.
Den beiden "Müttern" folgten die "Töchter" Großenbaum, Wedau-Bissingheim- Hüttenheim und Buchholz. Sie alle gehörten bis 1956 zur Gemeinde Wanheim. Im Jahr 1934 haben sich die Duisburger Gemeinden, damals acht an der Zahl, zum Gesamtverband zusammengetan. Der Vorsitzende des Verbandes, Pfarrer Dietmar Reumann-Claßen, überbrachte auch die Grüße aus der Gemeinde Neumühl, mit der Wanheim seit langem gute Beziehungen hat. Der Superintendent des noch recht jungen Kirchenkreises, - Anfang der sechziger Jahre teilte sich der damalige Duisburger Kirchenkreis in die zwei Kreise Nord und Süd - Pfarrer Christoph Radbruch, schloss sein Grußwort mit der Frage: Was den Wanheimern fehlen würde, wenn sie ihre Kirche nicht mehr hätten. "Die Kirche" rief spontan ein Mitglied des Männergesangvereins.
Den Reigen der Grußworte aus dem städtischen Umfeld der Gemeinde eröffnete Bürgermeisterin Monika Busse. Die vielen freundlichen Worte, die bis dahin schon gefallen waren, regten sie an, ihre vorbereitete Rede aus der Hand zu legen und ebenfalls ein paar persönliche Worte zu sprechen. Im Namen der Stadt dankte sie den Männern und Frauen, die in ehrenamtlicher Arbeit viel für die Neugestaltung der Kirche getan haben. In ihrem Grußwort griff sie einen Satz aus der Gemeinde-Konzeption auf: "Der Schatz der Gemeinde sind Räume und Menschen." Sie wünschte den Gemeindegliedern: "Bewahren Sie diesen Schatz auch weiterhin, damit noch viele Jahre und Jahrzehnte von dieser Kirche Gutes kommt und Gottes Wort in ihr gehört werden kann." In ihrem schriftlichen Grußwort hatte sie die Hoffnung ausgedrückt, dass die Kirche Ausgangspunkt für eine lebendige Gemeinde bleibt, "die den Menschen hier in Wanheim zur Seite steht, die ihre Fragen hört und ihnen Antworten gibt, wie sie es seit hundert Jahren jeden Tag aufs Neue tut."
Die neue Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule, Frau Heisterkamp, stellte sich mit dem Bezug auf das Bibelwort an der Stirnseite der Kirche der Gemeinde vor. Sie wies darauf hin, wie wichtig das Miteinander von Schule und Kirche ist. Dem konnte die Leiterin der Hauptschule, Margret Luther, nur beipflichten.
Auch der Geschäftsführer der B.U.S. erinnerte die Gemeinde an ihre Verantwortung für die Kinder. Von der Kindergartenleiterin hatte er gehört, dass die dritte Gruppe in Gefahr ist. Er kündigte seine Bereitschaft an, einen finanziellen Beitrag zur Erhaltung der Gruppe zu leisten.

Großen und langen Applaus gab es, als Pfarrer Brand im Namen des Presbyteriums die sechs Männer nach vorn rief, die bei der Renovierung der Kirche unbezahlbare Arbeit geleistet haben. Karl Faeser, einer von ihnen, hatte sich einmal scherzhaft als "Dombau-Assistent" bezeichnet. Diesen Titel verlieh Pfarrer Brand den sechs Herren und übergab ihnen eine entsprechende Urkunde. Die Frauen, die bei der Reinigung kräftig Hand angelegt hatten, erhielten eine Urkunde als "Domreinigungs-Assistentin".
In Anlehnung an den Ehrenspielführer, zu dem besonders verdiente Fußball-Nationalspieler ernannt werden, wurde Pastor Helmut Blank für seine 32-jährigen Dienste in Wanheim zum "Ehrenpastor" befördert. Seine Frau erhielt als "Ehren-Pfarrfrau" eine Urkunde.
Der zuletzt Geehrte sprach dann auch das Schlusswort, eine Liebeserklärung an die Kirche, in der er auch heute hin und wieder noch gern predigt.
Mit einem Orgelspiel schloss der offizielle Teil des Abends. Drinnen und draußen ging es noch bis in die Nacht hinein weiter. Der laue Sommerabend lud zum Verweilen draußen unter dem Festzelt ein.

 

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche
Dienstag, 24. Juni 2003

"lass mich lügen"
Am Dienstag stand ein anderer ehemaliger Pfarrer der Gemeinde im Mittelpunkt: Okko Herlyn. "Lass mich lügen" heißt sein neues Programm, das auch auf CD vorliegt. Lange hat er überlegt, welche Stücke er in Wanheim aufführt. Seine Darbietung war genau auf die Gemeinde zugeschnitten. Unterhaltsames wechselte mit Besinnlichem ab, temporeiche Gags mit gesungenen Balladen, die hohe Aufmerksamkeit erforderten.

An der Wand hing sein Markenzeichen, ein Stuhl. Auf die Frage, was der zu bedeuten hat, sagte der Künstler, das müsse jeder für sich selbst herausfinden. Den gesamten Erlös der Veranstaltung stellte Okko Herlyn der Wanheimer Gemeinde für weitere Verschönerungsmaßnahmen an und in der Kirche zur Verfügung.
 

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche
Mittwoch, 25. Juni 2003

Kinder- und Jugendtag mit vielen phantasiereichen Einfällen
 
 

Etwas Witziges hat sich die Jugendleiterin Gerlinde Rittich für den Tag der Kinder und Jugendlichen ausgedacht: Einen Schwalbenwettbewerb. Draußen bastelten die Kinder Papierschwalben, die sie dann von der hinteren Empore aus in der Kirche starten durften. Die große Schar der Erwachsenen, die in den Bänken saßen, bedachten jeden Papierflieger mit kräftigem Applaus. Besonderes Gelächter erntete einer, der in einer rasanten Linkskurve auf die Seitenempore flog. Manche schlugen wie Raketen in den Bankreihen ein, so dass die dort Sitzenden in Deckung gehen mussten. Bei einigen ging der Flug nach hinten los. Unterhalb der Empore leiteten sie ein Wendemanöver ein und landeten am Kircheneingang. Ziel war es, so nahe wie möglich an den großen Tisch vorne in der Kirche heranzukommen.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Tages war die Schulstunde von anno dazumal. Ein Mädchen übernahm die Rolle der strengen Lehrerin. Sie ließ ihre Schüler stramm stehen, die Finger-nägel vorzeigen und verteilte einem Jungen Hiebe mit dem Rohstock, weil seine Hände nicht ordentlich gewaschen waren. Am Ende der Stunde standen fast alle Kinder in der Ecke. Sie hatten die Hausaufgabe nicht gemacht oder waren unaufmerksam im Unterricht gewesen.

Wie Kinder heute sich bewegen, zeigten sie auf dem Vorplatz am Kircheneingang. Eine Gruppe junger Mädchen führte Tänze auf. Anschließend wurden alle belohnt mit Kuchen, Cola und Saft.

 

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche
Donnerstag, 26. Juni 2003

Erinnerungen mit Pastor Helmut Blank
Am Donnerstag kamen die älteren Herrschaften auf ihre Kosten. In der Frauenhilfe erzählte Pastor Helmut Blank von seinem langjährigen Dienst in Wanheim. Die Frauen steuerten eigene Erinnerungen bei. So wurden alte Zeiten noch einmal lebendig.
   
Draußen im Festzelt fanden sich auch einige Gäste ein, die den Erzählungen des Wanheimer Ehren-Pastors lauschen wollten.
   
Am Abend traten die Stadtpfeyffen auf, zwei Frauen und drei Männer, die auf historischen Instrumenten wunderbare Unterhaltung boten. Die zwischendurch eingestreuten Gedichte handelten alle von dem einen Thema, das die Menschen bewegt, ob jung oder alt. Um die Liebe ging es, jede und jeder konnte sich seine eigenen Gedanken machen und ein wenig die Seele baumeln lassen. Eine unterhaltsame, anregende und besinnliche Vorführung. Natürlich wurde auch an diesem Abend draußen noch ein wenig weiter gefeiert.
 

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche
Freitag, 27. Juni 2003

Tag der Hundertjährigen
Das große Gemeinde-Geburtstagsfest stand am Freitag auf dem Plan. Wie an allen Tagen, spielte das Wetter wunderbar mit. Herrlicher Sonnenschein lud zum Sitzen draußen ein.
   
Eine alte Dampffeuerwehr sorgte für das Interesse der Kinder.
   

Mitglieder der Presbyteriums spazierten in alten Kostümen über das Festgelände. Es sollte der "Tag der Hundertjährigen" sein. Ihre jungen Gesichter ließen die Kostumträgerinnen allerdings nicht wie Hundertjährige aussehen. Aber Spaß hat´s gemacht, auch den Betrachtern, und das war schließlich Sinn der Sache.

Mit vielen Ständen war auch der Kindergarten auf dem Fest zahlreich vertreten. Die Tombola mit der Gewinnausgabe im ehemaligen Pfarrhaus sorgte für manch freudige Überraschung. Besonders freuten sich die Verkäuferinnen, dass sie ihre neunhundert Lose an den Mann, die Frau und das Kind gebracht hatten. Und es freute sich der kleine Junge, der den Roller gewonnen hatte.

   
Weniger Grund zur Freude hatte Daniel.Im Rahmen eines Konfirmandenprojekts bediente er den Dritte-Welt-Stand. Kaum jemand interessierte sich für fair gehandelten Kaffee oder Saft. Als er nach zwei Stunden seinen Stand schloss, hatte er so gut wie nichts verkauft.
   
Besser liefen die Geschäfte am Bierstand. Dort gab es zu Beginn Kritik an dem zu niedrigen Preis. Ein Euro für ein 0,3 Liter Glas Bier, erschien manch einem viel zu billig. Geschmeckt hat´s allen trotzdem.

Viele türkische Spezialitäten, von Kindergartenmüttern zubereitet, sorgten für einen Hauch von "multi kulti". Ein bunt gemischtes Volk feierte fröhlich im Schatten der Kirche. DJ Gerd Gimborn ließ mal ruhige, mal fetzige Musik über dem Platz ertönen. In der Küche sorgten fleißige Hände dafür, dass gebrauchte Teller, Tassen und Gläser schnell wieder zu benutzen waren. Irgendjemand sah immer, wo gerade Hilfe gebraucht wurde und fasste mit an. "Der Schatz der Gemeinde", nämlich die Gemeinschaft der Menschen, zeigte sich an den Festtagen wieder einmal in bemerkenswerter Weise.
 

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche
Samstag, 28. Juni 2003

Mit der Dampflok an den Niederrhein
Großer Andrang herrschte am Samstag Mittag in Altwanheim. Man konnte meinen, die Menschen seien zu einem Bundesligaspiel unterwegs.
   
Am Bahnübergang Friemersheimer Straße bildete sich ein Menschentraube. Denn hier war für einen Tag der Wanheimer Hauptbahnhof errichtet worden. Pünktlich um 13 Uhr hielt dort die alte P 8 Dampflok aus dem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen.
   
Die acht Waggons boten Platz für vierhundert Menschen. Alle Zugkarten waren im Vorverkauf weggegangen. Gerne wären noch weitere Menschen mitgefahren, die am Bahnsteig standen, aber keine Karte mehr bekommen konnten. Im Hüttenwerk wurde die Lok mit Wasser betankt. Nach einem Wendemanöver nahm sie Fahrt auf.
   
Zahlreiche Schaulustige nutzten die Gelegenheit, den historischen Zug per Film oder Foto festzuhalten.
   
Über die Hochfelder Brücke ging es auf die andere Rheinseite. Dort legte der Heizer ein paar Schaufeln Kohle nach, bis zu 100 km/h schnell soll so ein Zug fahren können. Diese Geschwindigkeit wird der Wanheimer Zug wohl nicht erreicht haben. Aber er war schon ganz schön schnell.
Über die Baerler Brücke erreichte der Zug den Güterbahnhof Oberhausen-West. Dort war wieder ein Rangiermanöver fällig; denn über Meiderich ging die Fahrt zurück.
   
.Auf die Minute pünktlich um 16.35 Uhr erreichte der Zug die Endstation.
Die Idee zu dieser außergewöhnlichen Reise an den Niederrhein hatte Presbyter Frank-Michael Rich. Er hat auch die Kontakte geknüpft und die Fahrt organisiert. Schon unterwegs fragten mehrere Fahrgäste nach einer Wiederholung eines solchen Ausfluges.
 
Eine Zeitungsente im Wochenanzeiger hatte die nächste Fahrt bereits in Aussicht gestellt.
Wenn alle - Eisenbahnfreunde in Bochum-Dahlhausen, HKM und Bundesbahn - mitspielen, dann gibt es vielleicht 2006, bei der 150-Jahr Feier der Gemeinde, eine Neuauflage der historischen Zugfahrt.
Nach der anstrengenden Reise fanden viele den Weg aufs Kirchengelände, wo ein paar Daheimgebliebene bereits Kaffee gekocht und den restlichen Kuchen hervorgeholt hatten.

 

     
     
     

     
http://www.eisenbahnmuseum-bochum.de    
 

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche
Sonntag, 29. Juni 2003

Abschlussgottesdienst mit der ältesten Bibel Duisburgs
Wie die Woche begonnen hat, so endete sie: Mit einem Gottesdienst. Eine besondere Attraktion an diesem Sonntag war die älteste Bibel von Duisburg aus dem Jahr 1626. Pfarrer Friedrich Brand las aus ihr das Taufevangelium und den Predigttext des Sonntags. Auffallend war, dass die Sprache sich kaum von der in der heutigen Lutherbibel unterscheidet, nur die Schreibweise hat sich an vielen Stellen geändert.
Mit mehr als hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern war auch der Abschlussgottesdienst gut besucht. Fast alle wollten das Abendmahl mitfeiern.
Das Domcafé, wie gewohnt draußen im Festzelt, war wieder gut gefüllt. Einige nutzten die Gelegenheit, ihren Eindruck von der ganzen Festwoche zu sagen: "Das war von Anfang bis Ende ein wunderbares Fest. Die Gemeinde wird noch lange davon zehren. Alles ist in großer Harmonie abgelaufen, die Gemeinde ist durch das gelungene Fest noch ein Stück mehr zusammen gewachsen." Nicht wenigen erging es so, dass sie nicht genug von dieser fröhlichen Gemeinschaft bekommen konnten.
Denn am Nachmittag war die Kirche zum Gospelkonzert noch einmal voll. Im Presbyterium war vor dem Fest die Sorge aufgekommen, das Konzert könnte ein Flop werden, weil die Leute nach dem vollen Wochenprogramm keine Lust mehr hätten, noch einmal zur Kirche zu kommen. Das Gegenteil war der Fall. Vayrocana, die ganz in Gelb gekleideten Sängerinnen und Sänger, freuten sich über den begeisterten Zuspruch. Mit Liedern, die Gänsehaut erzeugten, und anderen, die mitrissen, setzten sie einen beeindruckenden Schlusspunkt unter das ganze Fest.
Die vom Freitag übrig gebliebenen Würstchen fanden danach schnell den Weg in die Pfanne und dann in hungrige Mägen. Manche Flasche Bier wurde geleert. Die Festgemeinschaft gab sich Mühe, möglichst nichts übrig zu lassen. Am Ende des Tages machten auch die letzten sich auf den Weg nach Hause.
Am nächsten Morgen waren früh schon wieder ein paar unermüdliche Helfer auf den Beinen. Kaum hatten sie die Tische verstaut und das Zelt abgebaut, fing es an zu regnen. Die Woche nach dem Fest wurde kühl und feucht. Welch ein Glück hat die Gemeinde Wanheim gehabt, dass ihr acht Tage lang die Sonne geschienen hat. Oder war es ein Wink des Himmels? Man kann es so sehen, dass von oben einer seinen Segen zu der ganzen Sache gegeben hat. Viele in der Gemeinde haben es so empfunden.

Das Jubelfest - 100 Jahre Kirche

   
Fotos