150 Jahre evangelische Kirchengemeinde Wanheim

 
Jubiläumsfeier
 
Donnerstag, 25. Mai
 
Mittwoch, 7. Juni
 
Sonntag, 11. Juni
 
Montag, 12. Juni
 
Dienstag, 13. Juni
 
Mittwoch, 14. Juni
 
Donnerstag, 15. Juni
 
Freitag, 16. Juni
 
Samstag, 17. Juni
 
Sonntag, 18. Juni
 
Nachbetrachtung
 
Donnerstag, 25. Mai 2006
Himmelfahrtstag - Gemeinsamer Gottesdienst mit allen Gemeinden, die einmal zur Großgemeinde Wanheim-Angerhausen gehört haben

Die Generalprobe fiel ins Wasser. Es regnete seit Tagen, auch noch am Morgen des Himmelfahrtstages. Die Wiese im Biegerpark hatte sich vollgesogen, es war kühl und keine Wetterbesserung zu erwarten. Deshalb musste der Gottesdienst zum ersten Mal seit Jahren wieder in einem geschlossenen Raum stattfinden. Schnell sprach es sich herum, dass im Gemeindehaus Beim Knevelshof gefeiert werden sollte. Das Haus war gut gefüllt, der Großenbaumer Posaunenchor eröffnete den Gottesdienst, den der Wanheimer Pfarrer zusammen mit seiner Wedauer Kollegin Ute Sawatzki gestalteten.
Es ging in dem Gottesdienst darum, was Gemeinde gründet und zusammenhält: Taufe und Abendmahl und das Wort Gottes.
Die 1856 zur Gründung der Gemeinde gestifteten Taufkanne sowie Abendmahlskelch und Brotschale machten anschaulich, dass jeder Gemeinde Taufe und Abendmahl schon vorgegeben sind. Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel nahm die Kanne in Gebrauch und goss aus ihr das Taufwasser über den Kopf der sechsjährigen Samantha Oberländer.
Auch das Abendmahlsgeschirr stand nicht nur zur Anschauung da. Die anwesenden Pfarrer und Pfarrerin gaben Brot und Kelche in die Reihen. Ute Sawatzki legte in ihrer Predigt die Erzählung von der Himmelfahrt Jesu aus. Sie wies darauf hin, dass Gemeinde von dem Versprechen her lebt, dass Jesus wieder kommen wird.
Der sonst übliche "Morgen der Begegnung" nach dem Gottesdienst bei einem kalten Getränk auf den Bänken des Biergartens fiel aus, der Biergarten hatte geschlossen.

 
Mittwoch, 7. Juni
Fußballturnier der Konfirmandinnen und Konfirmanden im Biegerpark
Erfolgreich aus Wanheimer Sicht der Auftakt kurz vor Beginn der Festwoche. Die Wanheimer Jungs holten den Pokal, der zum ersten Mal für die Gruppen im ersten Jahr ausgespielt wurde. Die Sonne schien, das Feld war abgesteckt, die Tore der Wanheimer Kirchenkicker kamen noch einmal zu Ehren. Ideale Bedingungen für einen spannenden Fußballnachmittag. Und es wurde spannend. Fünf Jungen- und zwei Mädchenteams gingen ins Rennen. Die Mädchen aus Hüttenheim-Huckingen traten dreimal an gegen die aus Großenbaum-Rahm, die noch Verstärkung aus Wedau bekommen hatten. Zweimal siegten die Großenbaumerinnen und holten sich damit den Mädchenpokal.
Bei den Jungen hatten es die Wanheimer mit Buchholz, Hüttenheim-Huckingen, Großenbaum-Rahm und einer gemeinsamen Mannschaft aus Buchholz und Wedau zu tun. Der Zufall fügte es so, dass es in der Runde "jeder gegen jeden" zu einem echten Endspiel kam. Hüttenheim-Huckingen und Wanheim hatten nach ihren ersten drei Spielen beide sieben Punkte, die Hüttenheimer standen allerdings mit dem besseren Torverhältnis da. Also mussten die Wanheimer gewinnen, wenn sie den Pokal holen wollten. Sehr konzentriert gingen sie zu Werke und schon bald in Führung. Jakob Brand zog aus zehn Metern Entfernung einfach mal ab. Flach im Eck schlug der Ball ein. Die Bemühungen der Hüttenheimer um den Ausgleich eröffneten den Wanheimern Konterchancen. Marvin Speiths Doppelpack brachte die Entscheidung. Nach dem klaren 3:0 Sieg konnten die Wanheimer glücklich den Pokal in Empfang nehmen.
 
Sonntag, 11. Juni
"Der Star ist die Mannschaft" - Gottesdienst zur Eröffnung der Festwoche

Mit den Klängen des Triumphmarsches von Verdi zogen die Mitglieder des Wanheimer Männertreffs in die Kirche ein. Oft erklingt der Marsch in Fußballstadien, um die Fans in Stimmung zu bringen. Um die Verbindung von Fußball und Kirche ging es in dem Gottesdienst. Diese Verbindung hat spätestens seit den Zeiten von Helmut Blank eine Tradition in der Wanheimer Gemeinde. Seit Beginn des Jahres hat sich der Männertreff mit der Vorbereitung des Gottesdienstes beschäftigt. Herausgekommen ist eine sehr unterhaltsame und gehaltvolle Feier. Viele, auch Frauen, die nicht unbedingt zu den Fußballfans gehören, bestätigten hinterher, dass ihnen der Gottesdienst sehr gefallen habe.
Nach der Begrüßung ging´s weiter mit dem Hit der Weltmeistermannschaft von 1974: "Fußball ist unser Leben". Pfarrer Brand hat den Text für den kirchlichen Gebrauch umgedichtet:

Kehrvers:
Jesus ist unser Leben, ja, Jesus Christus regiert die Welt.
Wir hoffen und glauben feste, dass er uns in seinen Händen hält.
Ja, einer für alle, alle für einen, wir halten fest zusammen.
Wir sind Gemeinde Jesu, in seinen Dienst hat er alle gestellt.

1. Doch, es gibt Tage, wo Stürme kräftig wehen, wir könn´s ertragen, wenn wir zusammen stehen; denn eins ist gewiss: in allen Stürmen wird Jesus mit uns geh´n

2. Wir sind Gemeinde seit hundertfünfzig Jahren, in Duisburgs Süden wir hier die ersten waren, heut freuen wir uns, weil viele Christen einig zusammen steh ´n.

Begleitet von Gerd Gimborns Gitarre gaben die Männer den Ton an, die Gemeinde ließ sich zum Mitsingen animieren. Vielen aus den Herzen sprachen die nachdenklichen Töne der Männer, als sie ihre persönliche Beziehung zum Fußball mitteilten und Kritik an der heutigen Geldgier der Fußballprofis übten.
Die Predigt machte einen weiten Bogen vom Fußballplatz zur Kirche, von der Fußballmannschaft zur Gemeinschaft in der Gemeinde. (Die Texte sind im Anhang nachzulesen.)

Herrlicher Sonnenschein hüllte den Beginn der Festwoche in sommerlichen Glanz. Bei bester Laune trafen sich die meisten der Gottesdienstbesucher im Festzelt wieder. Manfred Götsch bot Suppe an. Es gab viel zu erzählen und auch genug zu trinken.

 

Überschattet wurde das Fest von der Nachricht, dass der zwölfjährige Fabian Zimbrod am frühen Morgen gestorben war. Viele in Wanheim kannten den Jungen und hatten Anteil genommen an seiner Erkrankung und seinem einein-halbjährigen Kampf gegen den Tod.


Er konnte den Kampf nicht gewinnen, die Krankheit war zu schwer. Sein Tod war schließlich eine Erlösung, aber er bleibt ein schwerer Verlust für seine Familie. Auch Nachbarn, Klassenkameraden und Fußballfreunde werden ihn vermissen. Am Freitag in der Festwoche fand die Trauerfeier in der Kirche St. Suitbert statt und die anschließende Beerdigung auf dem Wanheimer Friedhof.
Die rege Anteilnahme zeugte von der großen Betroffenheit, die sein Sterben ausgelöst hat.

 
Monatg, 12. Juni
Rückblick mit Bildern auf 150 Jahre Gemeindegeschichte
Wilfried Hucks hatte aus seinem Archiv eine Sammlung mit Dias zusammengestellt. Dazu konnte Friedrich Brand vier Alben auswerten aus der Zeit von Helmut Blank. Aus Buchholz und Wedau hatte er Bilder erbeten. So entstand eine Zusammenschau aus fünfzehn Jahrzehnten Gemeindeleben in Wanheim-Angerhausen. Die moderne Computertechnik macht es möglich, die Bilder auf eine kleine Scheibe zu brennen und mit Hilfe eines "Laptops" an die Leinwand zu werfen. (Zur Erklärung: Ein Laptop ist kein Handwerker, wie eine Dame aus der Frauenhilfe einmal angenommen hat.)
Ein warmer Sommerabend lud dazu ein, nach der Bilderschau sich draußen unter dem Zelt einzufinden, um dort in gemütlicher Runde den Tag ausklingen zu lassen.
 
Dienstag, 13. Juni
Vayrocana - Gospelkonzert
Das Publikum ging toll mit, als die in gelbe Gewänder gehüllten Sängerinnen und Sänger singend in die Kirche einzogen. Bekannte und selbst geschriebene Gospels standen auf dem Programm. Vayrocana, der strahlende Weg, wollen bewusst mit ihren Liedern auch den Glauben stärken. Lebensfreude und Zuversicht strahlten sie selber aus. Das Singen macht ihnen sichtlich Freude. Die Sängerin in der Mitte erinnerte an Whoopi Goldberg, die in dem Film "Sister Act" die Frau spielt, die in einem Kloster Zuflucht sucht und dort den Nonnen das Singen beibringt. Ein Höhepunkt des Programms war denn auch die aus "Sister Act" bekannte Lied "I Will Follow Him".
Einer aus dem Chor sorgte am Keyboard für die rhythmische Begleitung. Immer wieder klatschte das Publikum begeistert den Rhythmus mit. Am Ende verlangten die knapp achtzig Zuhörerinnen und Zuhörer mehrere Zugaben.
Beim gemütlichen Ausklang draußen auf der "Domterrasse" äußerten sich alle zufrieden. Die Sängerinnen und Sänger versprachen, wieder zu kommen. Im Rahmen der Wanheimer Aktion "Kunst liebt Kirche - Kirche liebt Kunst" wird es mit Sicherheit an einem Sonntag Nachmittag ein Wiedersehen und Wiederhören mit Vayrocana geben.
 
Mittwoch, 14. Juni
Grillabend mit Fußballübertragung
Heftige Gewitter mit unwetterartigen Regenschauern waren angesagt für den Abend, an dem um 21 Uhr Deutschland gegen Polen spielen sollte. Einige erinnerten sich an die WM 1974, wo die Begegnung zwischen diesen beiden Ländern um eineinhalb Stunden verschoben werden musste, weil der Platz unter Wasser stand. Als die "Regenschlacht" von Frankfurt ist dieses Spiel in die Fußballgeschichte eingegangen.
So schlimm kam es in diesem Jahr aber doch nicht. Ab 19 Uhr lief der Grill am Gemeindehaus. Jörg Niggemann hatte seine "Alten Herren" vom SV Wanheim aktiviert. Es war reger Betrieb um den Grill herum. Das von der Firma "trinkgut" gesponserte Bier fand guten Absatz. Leider spielte die Technik nicht wie gewünscht mit.
Die über einen Laptop empfangenen Fernsehbilder stockten immer wieder. Das große Bild auf dem Bettlaken, das an die Schiebewand geklebt worden war, sah zwar gut aus. Aber dass die Bilder ständig stehen blieben, störte doch die Fußballer erheblich, so dass sie in der Pause den heimischen Fernseher aufsuchten. Die Kinder und Jugendlichen blieben. Sie sahen mit den ebenfalls von "trinkgut" gespendeten Mützen recht lustig aus und machten mit den Rasseln viel Krach. Als dann in der vorletzten Minute noch das Siegtor für die deutsche Mannschaft fiel, brach im Gemeindehaus großer Jubel aus.
Während der zweiten Halbzeit hat tatsächlich das angekündigte Gewitter eingesetzt, aber längst nicht so schlimm, wie vorhergesagt. Doch schlimm genug für die, deren Fernseher an eine Schüssel angeschlossen ist. Sie sahen nur noch Schnee. Da war das stockende Bild doch noch besser. Im Gemeindehaus haben alle deutlich den Torschuss erkennen können.
 
Donnerstag, 15. Juni
Fahrt über den Rhein
Der Fronleichnamstag begann trübe. Die katholische Gemeinde St. Suitbert wollte ihre Prozession im Gemeindehaus beginnen. Wegen des einsetzenden Regens wurde diese kurzfristig abgesagt.
Für den Rest des Tages blieb es trocken, und das war auch gut so. Gemeindemitglieder aus Friemersheim machen seit Jahren an dem Feiertag einen gemeinsamen Ausflug mit dem Rad. In diesem Jahr führte sie die Tour nach Wanheim, zur ehemaligen Tochtergemeinde. Gegen 13 Uhr kamen die ersten an der Kirche an, die anderen, die einen etwas weiteren Weg gefahren waren, folgten bald. Auf der "Domterrasse" gab es für alle eine Erfrischung. Dann ging es weiter zum Anleger des Wanheimer Kanu-Vereins. Der Club hatte seine Stände bereit gestellt. Helfer aus der Gemeinde brachten kalte Getränke dorthin. So konnte man sich am Rhein gemütlich niederlassen und auf die Fähre warten. Die Gemeinde hatte für den Nachmittag das Vergnügungsboot "Maria Franziska" gebucht. So war es zum ersten mal seit siebzig Jahren wieder möglich, sich von Wanheim nach Friemersheim übersetzen zu lassen. Der Andrang auf Wanheimer Seite war so groß, dass bei den ersten drei Fahrten Menschen zurück bleiben mussten, weil die Fähre voll war. Vierzig Minuten dauerte es, bis sie einmal nach Friemersheim und zurück gefahren war.
Christian Meybohm hatte tatkräftige Männer aktiviert, die beim Ein- und Aussteigen halfen und die Fahrkarten kontrollierten. In Friemersheim legte die Fähre an einem flachen Ufer in einer geschützten Bucht an
 
Der Fußweg von dort bis zur alten Dorfkirche dauerte etwa fünfzehn Minuten. Für Menschen, die nicht gut zu Fuß waren, stellte der Kanu-Verein seinen Kleinbus zur Verfügung, der ständig von der Anlegestelle am Ufer zur Dorfkirche hin- und herpendelte.
Im Kirchgarten sorgten Friemersheimer Gemeindemitglieder für die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, Grillwürstchen und Bier. Eine rundum erfreuliche Begegnung zwischen zwei Gemeinden, die einmal zusammen gehört haben und sich trotz der Trennung durch den Fluss einander immer noch verbunden fühlen.
Die Schifffahrt war sicher die Attraktion der Festwoche. Maria Härter, die am 15. Juni Geburtstag hat, ließ es sich nicht nehmen, ihre Angehörigen zur Fahrt über den Rhein einzuladen und in Friemersheim Kaffee zu trinken. 87 Jahre ist sie geworden. Die Festgesellschaft wünschte ihr "viel Glück und viel Segen".
Während in Friemersheim immer noch Fahrgäste ankamen, mussten die ersten bereits wieder die Rückfahrt antreten. Um 17.50 Uhr legte die Fähre zum letzten Mal in Friemersheim ab, alle, die wollten, sind auch mitgekommen.
Wieder in Wanheim angekommen, sagte ein Mann zu dem, der neben ihm ging: "Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit der Kirche unterwegs war. Aber es war ganz schön."
 
Freitag, 16. Juni
Kinder- und Jugendtag
Kindergarten und Jugendleiterin zeichneten für diesen Tag verantwortlich. Pünktlich um 15 Uhr eröffneten die Kinder den Nachmittag mit dem Lied, das sie auf den Stufen vor der Kirche sangen: "Wir feiern heut ein Fest". Rings um die Kirche standen Tische mit Spielangeboten für die Kinder und zahlreichen, liebevoll gestalteten Kreativangeboten. Highlights, auch für Zuschauer, waren die nostalgischen Fotos, die Mann, Frau und Kind
in prächtigen Kostümen von sich machen lassen konnten. An die Freude über kleine Überraschungen erinnerten die guten alten selbstgemachten Wundertüten, die zum Verkaufsschlager wurden. Die Bimmelbahn drehte unablässig ihre gemütliche Runde durch Wanheim. Mit Gasballons wurden liebe Grüße auf eine hoffentlich weite Reise in den strahlend blauen Himmel geschickt.
Eine Torwand durfte nicht fehlen, die Jugend tat sich schwer damit, den all dorthin zu befördern, wo er hin sollte. Im Domcafé war die reich bestückte Kuchentheke aufgebaut. Türkische Grillspezialitäten gab es davor auf der Wiese.
Ab 16.30 Uhr machte die Gemeindejugend ihr Programm: Die Kinder und Jugendlichen begannen mit einem nostalgischen Kreistanz in entsprechenden Kleidern, der mit einem Discotanz abschloss. Das Theaterstück erzählte den vielen Zuschauern, wie es dazu kam, dass die Liebe blind und der Wahnsinn ihr Begleiter wurde. Viel Beifall bekamen die Mädchen der Hexengruppe, die eine gelungene Einraddarbietung zeigten, und die Jungen der Jungengruppe für ihre Akrobatik Vorführung.
Auch für Essbares sorgten die Kinder und Jugendlichen. An ihren Ständen, wo es Stockbrot, Hamburger und Waffeln gab, ließ es sich gut ausruhen. Dann galt es, die "Diebin des goldenen Kelches" detektivisch aufzuspüren, oder man konnte sich einen Glitzerarmreif basteln, eine Runde Kicker spielen oder sich gegenseitig mit Schaumstoffschwertern aus dem Gleichgewicht kitzeln.
Zum Abschluss fand man sich in gemütlicher Runde zusammen, um mit der Gitarrengruppe bekannte Lieder aus 150 Jahren zu singen.
Auch erwachsene Gemeindemitglieder, deren Kinder schon groß sind, ließen sich anlocken und genossen den Tag draußen mitten in dem bunten Treiben.
 
Samstag, 17. Juni
Senioren-Nachmittag
Mit einer Zusammenstellung aus alten Presbyteriumsprotokollen eröffnete Pfarrer Brand den Nachmittag. Heinrich Hildebrand hat diese in seinem vierten Band der Wanheimer Heimatgeschichte zugänglich gemacht. Die zitierten Auszüge gaben einen Eindruck, womit sich die Gemeinde in den ersten hundert Jahren ihres Bestehens beschäftigt hat und wie sich die Zeiten geändert haben.
Der Rückblick schloss mit dem am Sonntag in der Gemeinde neu eingeführten Lied: "Jesus ist unser Leben". Auch die Seniorengemeinschaft stimmte fröhlich ein. Nach dem Kaffeetrinken stand ein "italienischer Nachmittag" auf dem Programm. Schließlich war die Nationalmannschaft Italiens war während der WM zu Gast in Duisburg. Die rheinische Kunst- und Musikschule war mit ihrem Akkordeonorchester unter Leitung von Petra Recznik vertreten. Das Ensemble brachte anspruchsvolle Akkordeonstücke zu Gehör. Zwischendurch spielte und sang die Leiterin Lieder aus den fünfziger Jahren zum Mitsingen, darunter die "Caprifischer", "zwei kleine Italiener", "Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein" und das "Chiantilied". Man sah unter den Zuhörern viele glänzende Augen. Manch eine und einer fühlte sich noch einmal an die Zeit vor fünfzig Jahren auf dem Tanzboden erinnert.
Kabarett
Der Samstag war voll gepackt. Um 17.10 war die letzte Akkordeon-Melodie im Gemeindehaus verklungen, um 19 Uhr begann in der Kirche der Auftritt des K 3 Kirchen-Kabarett-Kommandos aus Witten. Die beiden Künstler, Pfarrer und Diakon aus der westfälischen Kirche, brachten ein abwechslungsreiches Programm mit vielen schauspielerischen Einlagen. Die einzelnen Stücke kreisten um den Schwund, der zur Zeit allgemein den Kirchen und Gemeinden zu schaffen macht. In einer gespielte Fernseh-Talkshow befragte der Moderator das letzte Gemeindeglied, eine über neunzigjährige alte Dame, die immerzu wiederholte, wie schön es früher in der Gemeinde war.
Ein anderer Sketch nahm die Pfarrer auf´s Korn, die es so schwer haben, dass sie ihre Last mit Rotwein erleichtern müssen. Offenbar hat das Stück sehr anregend gewirkt; denn in der Pause ließen sich viele Gäste ein Glas Rotwein einschütten.
Der "Missionsroboter" war so echt gespielt, dass einige Gäste sich besorgt fragten, ob der mit seinem roten Röntgenblick erkennt, dass sie nicht evangelisch sind und an ihnen eine missio-narische Zwangsbehandlung vollzieht. Doch zum Glück blieben die anwesenden Katholiken von der Zwangsevangelisierung verschont. Zwei von ihnen waren mit dem Rad noch einmal aus Friemersheim herüber gekommen.
Es hätten ruhig noch mehr kommen können. Doch die Konkurrenz an diesem Tag war groß. Das Drachenbootrennen am Innenhafen lockte viele an, die am Abend froh waren, ihre Beine hochlegen zu können.
 
Sonntag, 18. Juni
Silber-Konfirmation
Konfirmandenunterricht und Konfirmation machen seit über hundert Jahren einen wesentlichen Teil der Gemeindearbeit aus. Deshalb schloss die Festwoche mit einem Konfirmations-Jubiläum. Männer und Frauen, die 1980 und 1981 konfirmiert worden sind, waren zur Silberkonfirmation eingeladen. Ines Hoppe, geb. Goetze, und Andrea Überscheer, geb. Tepelmann, hatten sich viel Mühe gemacht, Adressen ihrer ehemaligen Mitkonfirmandinnen und Mitkonfirmanden herauszufinden. Mit vielen hatten sie persönlich am Telefon gesprochen. Gekommen sind schließlich 25. Die erlebten eine beeindruckende Feier, die einige aus dem Kreis selber mitgestalteten.
Ein Chor umrahmte den Gottesdienst musikalisch. Den Kern des Chores bildete der Gospelchor, der dienstags in der Kirche seine Probe hat. Für die große Feier haben einige Gemeindemitglieder den Chor verstärkt und seit März intensiv geübt. Das Üben hat sich gelohnt. Verständlicherweise wurde in der Gemeinde der Wunsch laut, diesen Chor öfter zu hören.
Unter den Klängen von "Preiset froh den Herrn" zogen die Jubilare in die Kirche ein. Der Rückblick, vorgetragen von Anja Zacharias, Maren Hohn-Haider und Ines Hoppe, ließ Schönes und Trauriges noch einmal lebendig werden. "Keinen Tag soll es geben", sang darauf der Chor und rührte damit viele zu Tränen.
In der Predigt ging Pfarrer Brand auf die genannten Erfahrungen ein und verband sie mit einer Betrachtung des Schmucktuches, das in der Festwoche an der Kanzel hing.
Nach dem Gottesdienst gab es draußen und im Bürgertreff beim gemeinsamen Mittagessen noch viel zu erzählen. Vor allem der Chor wurde gelobt: "Das war super."
 
Nachbetrachtung
Ungefähr ein Jahr lang hat das Presbyterium die Festwoche vorbereitet. Es hat dazu einen Festausschuss gebildet und dazu auch den Kindergarten eingeladen. Der Ausschuss bestimmte für jeden Tag "Teamchefs", die für den Verkauf von Wertmarken, Getränken, "Fanshop"-Artikeln und die Vorbereitung der Veranstaltung zuständig waren. Diese Arbeit übernahmen die Presbyterinnen und Presbyter selbst. Sie haben in der Woche sehr viel Zeit und Kraft geopfert. Unterstützt wurden sie an den einzelnen Tagen von anderen Gemeindemitgliedern. Allen gilt der Dank der ganzen Gemeinde. Ohne dieses Engagement wäre ein solches Fest nicht möglich.
Durch die ruhige und selbstlose Mitarbeit wurde die Woche zu einem harmonischen und fröhlichen Fest, das wie die 100-Jahr Feier der Kirche noch lange in der Gemeinde positiv nach-wirken wird.