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Predigt zu 1. Mose 11,1-9 Text: Der Turmbau zu Babel
16. September 2001
Was ist los mit unserer Welt? - Nachdenken über das Entsetzen
 

Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.
Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst.
Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! - und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen:
Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.
Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten.
Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.
Wohlauf, lasst uns hernieder fahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!
So zerstreute sie der Herr von dort in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen.
Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

Die Einheitssprache

Zwölf Tage ist es nun her, das schreckliche Ereignis, das die Welt seitdem in Atem hält. Schlimme Folgen sind jetzt schon in der ganzen Welt spürbar. Weitere und noch schlimmere werden nicht mehr lange auf sich warten lassen. Auch wenn der Alltag bei uns normal weiter läuft, die Lage ist nicht normal. Viele Gespräche drehen sich um das, was war und um das, was kommt. Menschen machen sich Sorgen und haben Angst.
Weil die Ereignisse uns alle beschäftigen, möchte ich heute Morgen dem nachdenken, was geschehen ist und was geschieht. Die biblische Geschichte, die wir gerade gehört haben, nehme ich dabei zu Hilfe.
Diese Geschichte kam mir gleich in den Sinn, als ich vom Einsturz der einstmals welthöchsten Türme hörte. Es war einer meiner ersten Gedanken: Ein Turm, der zum Himmel reichte, ist zerbrochen, wie damals in Babel. Mir kommt mir vor, als seien wir Zeugen geworden von dem, was die alte Turmbaugeschichte erzählt.
In der alten Erzählung spiegeln sich geschichtliche Erfahrungen. Die Turmbaugeschichte lässt sich lesen als eine politisch-theologische Aufarbeitung assyrischer Weltherrschaftsansprüche.
Im 8. Jahrhundert vorchristlicher Zeit waren die Assyrer die Herrscher über die zivilisierte Welt im Vorderen und Mittleren Orient, die Weltmacht Nummer eins. Der Nordteil Israels wurde wie viele andere Staaten von ihnen erobert und zu einer assyrischen Provinz gemacht. Es war im Jahr 722, als Samaria, die Hauptstadt Nordisraels in die Hände der Assyrer fiel. Die Oberschicht des Landes wurde weggeführt.
Von 722 an bis zum Jahr 705 war Sargon II. König der Assyrer. Von ihm ist eine Inschrift erhalten. Darin heißt es: "Tag und Nacht plante ich, diese Stadt zu gründen. Diese Stadt bewohnen zu lassen, die Heiligtümer, die Wohnstätten der großen Götter und meine königlichen Wohnpaläste zu erhöhen, plante ich. Untertanen aus den vier Himmelsrichtungen fremder Sprache, Rede ohne Harmonie, die Berge und Flachland bewohnen, die ich erbeutet habe, ließ ich eine Rede führen und ließ sie darin Wohnung nehmen." (Predigstudien III/1, 1999, s. 21f)
Der Weltherrschaftsanspruch des Assyrerkönigs äußert sich im Bau einer großen befestigten Stadt mit einem hoch über die Mauer ragenden Turm. Dieser Anspruch äußert sich auch in der Anordnung, dass alle unter der Herrschaft der Weltmacht stehenden Völker "eine Rede" führen sollen. Die bis dahin bestehende Sprachenvielfalt soll beendet werden. Alle sollen sich der Sprache der Großmacht und damit ihrer Kultur und Lebensweise unterwerfen. Einerlei Sprache, das meint die Vereinheitlichung von Menschen unter einem Herrschaftsanspruch.
So sah die Weltordnung der Assyrer aus. Die Stadt Sargons, Dur-Sarrukin, ist tatsächlich gebaut, aber nicht ganz vollendet worden. Sargon II. hat seine Stadt noch eingeweiht. Kurz danach fand er in einer Schlacht den Tod. Seinem Nachfolger hat dies zu denken gegeben. Er hat den Bau nicht vollendet.
Die Bezüge der lange zurück liegenden Geschichte zu unserer heutigen Situation springen ins Auge. Der Vater des heutigen Sargon hat vor ungefähr zehn Jahren eine "neue Weltordnung" verkündet. Diese Weltordnung beinhaltet den Anspruch der Weltherrschaft. Dazu gehört heute wie damals eine einheitliche Sprache. Es ist die Sprache des Geldes und die Sprache militärischer Macht, die heute eine Vereinheitlichung der Menschheit erzwingt. Auf beides, die Symbole wirtschaftlicher und militärischer Macht ist am 11. September der verbrecherische Anschlag verübt worden. Die beiden Türme des Welthandelszentrums: Sie symbolisieren de globale Wirtschaftsordnung, die tägliche Tausende von Menschen das Leben kostet. In schwindelerregende Höhe ragten die beiden Türme. Dort standen sie absolut konkurrenzlos nur noch sich selbst gegenüber. Verschwindend klein nahm sich vor ihnen die Freiheitsstatue aus. Von dort oben sieht man nicht mehr die unten sind. Dabei ist es ein Gesetz der globalen Wirtschaftsordnung: Je höher die Türme des Weltkapitalismus, desto zahlreicher und voller sind die Slums unten am Boden. Je luxuriöser die Ausstattung solcher Türme des Wohlstands, desto größer das Elend in den Ecken der Welt, wo keine Kamera hin kommt, wo Menschen jeden Tag in Massen sterben, namenlos, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In ihrer verglasten Oberfläche spiegelten die Türme nur noch sich selbst. Selbstgenügsam und unangreifbar, so erschien die Hochburg des Kapitals. (FR 13.09.01, S. 21 "Am Nullpunkt")
Dafür hielten sie auch ihre Erbauer. Die Türme wären stark genug, ein Erdbeben, einen Orkan oder einen Flugzeugabsturz zu überstehen, so konnten wir in diesen Tagen erfahren.

Die Unverwundbarkeit

Für unverwundbar hat sich das ganze Land gehalten. Seine Unverwundbarkeit noch zu erhöhen, das eventuell letzte Fenster der Verwundbarkeit zu schließen, hat sich der neu gewählte Präsident zum Ziel gemacht. Ein Raketenabwehrsystem will er errichten. Bei Freund und Feind hat er mit diesem Milliarden schweren Projekt Kopfschütteln ausgelöst. Manche sehen in seiner Politik ein "beinahe religiöses Vertrauen in die Rüstungstechnologie" (FR 14.9.01, S. 2 "Zu viele Informationen,...").
Anne Will, die Moderatorin der Tagesthemen, sagte sinngemäß dies, zögernd sprach sie es aus: Ein Raketenschirm, der das Land unverwundbar machen soll, ist angesichts dessen, was passiert ist, irgendwie lächerlich.
Genau dies hat der Anschlag offenbar gemacht. Es gibt keine Unverwundbarkeit. Es gibt keine unein-geschränkte Sicherheit für nichts und niemanden. Ausgerechnet das Pentagon, das Zentrum militärischer Macht, von dem aus Kriege und Überfälle auf andere Länder geplant wurden und werden, in dem 25.000 Menschen arbeiten für die Sicherheit Amerikas und für seinen Weltmachtanspruch, ausgerechnet dieses Symbol uneingeschränkter Stärke wurde zum Ziel einer kriegerischen Attacke.

Die neue Art von Krieg

Es ist eine neue Art von Krieg, die hier geführt wird. Der Krieg geht nicht mehr von einem Land aus. So wie vor zweiundsechzig Jahren deutsche Soldaten mit Panzern und schwerem Gerät in Polen einmarschierten. Da konnte jeder sofort sehen, dass Krieg ist und woher der Krieg kommt.
Bei dieser neuzeitlichen Art der Kriegführung ist das anders. Hier handeln Personen, die äußerlich nicht als Krieger zu erkennen sind.
Wenn es stimmt, dass einige der Terroristen in Hamburg und einer hier in der Nähe, in Bochum, gewohnt und studiert haben, wenn es stimmt, dass andere in Florida längere Zeit gelebt, sich als Deutsche ausgegeben und dort eine Piloten-Ausbildung gemacht haben, dann wird klar: Die heutigen Krieger sind Menschen wie du und ich. Es sind Leute, die nicht aus irgendeinem, so genannten "Schurkenstaat" kommen. Es sind staatenlose Agenten des Terrors, die mitten unter uns leben. Sie haben ihre Nester hier und da, wo genau, das weiß niemand. Ihre Verstecke sind gut getarnt. So gut, wie die Wohnungen in Hamburg oder in Florida. Niemand ist auf die Idee gekommen, es bei diesen normalen Leuten mit Terroristen zu tun zu haben.
Wie sie sich tarnen unter dem Mantel eines Zivilisten, so benutzen diese Krieger auch zivile Einrichtungen als Waffen. Das ist das Gemeine, was uns alle so tief erschreckt hat: Sie benutzten zivile Flugzeuge als fliegende Bomben.
Symbole des Kapitalismus haben sie angegriffen, und sterben mussten Tausende von Zivilisten. Wir sehen das tiefe Leid der Angehörigen. Wir können nur ahnen, welch einer fürchterlichen Belastung die Rettungsmannschaften und Feuerwehrleute vor Ort ausgesetzt sind. Was wir sehen und mitbekommen, lässt einen erschaudern.

Die Menschlichkeit trotz allem

Mitten in der erschreckenden Unmenschlichkeit des ganzen Geschehens gibt es aber auch Zeichen von großem Mut und tiefer Menschlichkeit.
Großen Mut und Mitmenschlichkeit haben die drei Männer in dem gekaperten Flugzeuge bewiesen, das in einem Waldgebiet abgestürzt ist. Nichts Böses ahnend sind sie gestartet. Und dann hatten sie plötzlich den Tod vor Augen. Ihnen wurde klar, was die Verbrecher vorhatten und dass sie alle dabei sterben würden. Drei der Todgeweihten haben darauf hin den Rest ihres Lebens eingesetzt, um andere Menschenleben zu retten. Mit ihren Handys haben sie es ihren Lieben unten auf der Erde angekündigt. Die Mutter eines Passagiers erzählte, dass das Gespräch plötzlich abbrach. Offenbar hat es dann einen Kampf in der Maschine gegeben. Die zum Widerstand Entschlossenen sind den Verbrechern in den Arm gefallen. So haben sie verhindert, dass die das Flugzeug in ein weiteres Ziel steuerten.
Es gibt viele andere Zeichen von Mut und Menschlichkeit in all dem Schrecklichen: Die Feuerwehr- und Rettungsmannschaften, die bis zur Erschöpfung arbeiten. Einzelne konnten sie noch retten und lebend aus den Trümmern bergen. Viele andere werden sie tot vorfinden in einem Zustand, den man sich nicht ausmalen möchte. Aber auch das ist ein Akt der Menschlichkeit: Die Toten bergen, damit die Angehörigen Gewissheit haben über den Verbleib ihrer Lieben.
Menschlichkeit zeigt sich auch in der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme vieler Menschen, die ihr Blut spenden, die zu Trauergottesdiensten zusammen kommen, die mit Kerzen und Blumen ihr Mitgefühl ausdrücken. Unsere rheinische Landeskirche hat im Internet eine Seite eingerichtet, da kann man eine Fürbitte aufschreiben oder auf andere Weise seinen Gefühlen und Gedanken Ausdruck verleihen. Bis gestern Abend haben dort 1609 Menschen eine Botschaft hinterlassen. Ein starkes Band der Menschlichkeit verbindet die Menschen auf der ganzen Erde.

Die befreiende Tat Gottes: Den Menschen ihre Sprache wiedergeben

Die Menschen zur Menschlichkeit befreien, genau darum geht es in der alten Turmbaugeschichte.
Gott fährt hernieder, sieht sich den Turm an, den die Menschenkinder bauten und spricht: "Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; von nun an wird ihnen nichts mehr verwehrt werden von allem, was sie sich vorgenommen haben. Wohlan, lasst uns ihre Sprache verwirren, dass keiner des anderen Sprache verstehe." So zerstreute sie der Herr in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen.
Die Theologie hat die Turmbaugeschichte lange als eine Strafe Gottes gedeutet für übersteigerte Machtansprüche von Menschen. Neuere Auslegungen verstehen sie als eine Befreiungsgeschichte. Gott setzt dem ungehemmten Machtstreben von Menschen eine Grenze. Keine Macht der Erde und kein Herrscher auf Erden soll sich an Gottes Stelle setzen können. Indem Gott die Macht der Mächtigen begrenzt, ihren Weltmachtsanspruch zerbricht, befreit er die Opfer dieses Machtstrebens. Er rettet sie aus der Zwangsherrschaft. Sie müssen nicht mehr "eine Rede führen", die Einheitssprache der Weltmacht. Sie dürfen wieder ihre eigene Sprache sprechen. Sie dürfen Menschen sein.

Die Aufgabe für die Zukunft: Gerechter muss die Welt werden, damit sie sicherer wird

Was mich fast genauso erschrickt wie der Anschlag am 11. September und was mir im Blick auf die Zukunft Angst und große Sorge macht: Die führenden westlichen Politiker sprechen die alte Sprache, die sich an den Weltmachtsanspruch klammert. Sie sprechen eine Einheitssprache, reden von Kriegserklärung und Bündnisverpflichtung und davon, dass es nun gilt, den Feind bis in den letzten Winkel der Erde zu verfolgen und auszumerzen. In ihren Drohgebärden steigern sie sich hin zu dem Anspruch, der Welt Gerechtigkeit bringen und das Böse von der Erde ausrotten zu wollen.
Sie werden zuschlagen. Darauf stimmen sie uns Tag für Tag mehr ein. Der Schlag oder die Schläge werden erbarmungslos sein. Sie werden mit ihrem Krieg wieder die Zivilbevölkerung treffen. Und sie werden ihre eigenen Leute opfern. Jeder Tod eines Soldaten ist staatlich befohlener Selbstmord. Die Frauen ahnen es, die ihre Männer unter Tränen verabschieden. Den Terrorismus in der Welt werden die westlichen Staatenlenker nur stärken, wenn sie selber wie Terroristen handeln und das Recht außer Kraft
setzen.
Unsere hochentwickelte technische Welt ist an vielen Stellen verwundbar. Nur eine Handvoll intelligente Terroristen, die entschlossen sind, ihr eigenes Leben einzusetzen, ist nötig. Die können an vielen Stellen der Erde unermessliche Schäden anrichten. Das haben wir erlebt. Einen sicheren Schutz dagegen gibt es
nicht.
Es gibt nur eine Möglichkeit, die Welt friedlicher und sicherer zu gestalten: Indem die Menschheit sich auf ein gerechteres Miteinander verständigt. In einer Welt, in der die Menschen die Freiheit haben, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten, so dass sie froh und zufrieden damit sind, in einer solchen Welt findet der Terrorismus keinen Nährboden. In einer Welt allerdings, in der ganze Völker rechtlos sind und ohne Hoffnung, in einer solchen Welt gibt es genug Verzweifelte. Die sind bereit, ehe sie selber sterben, auch noch andere ins Unglück zu stürzen.
Deshalb führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei: Mehr Sicherheit kann nur durch mehr Gerechtigkeit entstehen.
"So zerstreute der Herr sie in alle Länder, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen."
Die Stadt des Sargon - ein Symbol für die Weltordnung des Kapitals. Es wäre eine Befreiung für alle Völker der Erde, wenn die Menschheit diesen Bau aufhören und eine wirkliche neue Weltordnung errichten würden, in der es gerecht unter den Menschen zugeht.
Dazu müssten sich die Menschen wieder auf Gott besinnen. Dazu müssten viele aus ihrer Zuschauerhaltung herauskommen und sich einsetzen für eine friedliche, gerechte Welt. Dazu müssten unsere Regierenden erkennen, was die Stunde geschlagen hat. Viel hängt davon ab, was in den nächsten Tagen geschieht. Ob Terror, Angst und Ungerechtigkeit auf der Erde fortgesetzt werden oder ob eine Wende zu menschlicheren, gerechteren Verhältnissen eingeleitet wird. Zu befürchten ist das erstere. Hoffen und beten wir, dass das letztere geschieht.


Fürbitte

Gerechter und barmherziger Gott,
unsere Gedanken sind bei denen, die in den entführten Flugzeugen umkamen und bei denen, die im World Trade Center und im Pentagon gemordet wurden. Unsere Gedanken sind bei den Feuerwehrleuten und Rettungsmannschaften, die sich bis zur Erschöpfung einsetzen für die Bergung der Verstorbenen. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, die voll Schmerz und Trauer sind um ihre Lieben, die sie verloren haben.
Die große Trauerfeier am heutigen Tag wird schlimm werden für alle, die von dem Unglück betroffen sind.
Für sie alle wollen wir beten. Errette die zu Tode Gekommenen aus der Hölle, durch die sie gehen mussten, lass sie deine Herrlichkeit schauen. Schenke den Hilfskräften Kraft, das Grauen zu verarbeiten, Mensch zu bleiben angesichts des furchtbaren Todes. Lass die Angehörigen spüren, dass sie nicht allein sind, auch über die Tage der großen Aufmerksamkeit hinaus.
Gib ihnen allen deinen Frieden

Frieden auf Erden, das ist dein Wille, Gott. Wir bitten dich, bewahre unsere westliche Welt davor, auf die erlittene Greueltaten mit neuem Unrecht zu antworten.
Die Versuchung ist groß, Hass mit Hass zu beantworten. Bewahre die Politiker und vor allem den führenden Männer der Vereinigten Staaten davor, auf die erfahrene Demütigung mit Vergeltungsschlägen zu reagieren.
Unter dem drohenden Krieg, den die USA führen wollen, leiden die Menschen schon jetzt. Zehntausende sind auf der Flucht. In vielen Ländern der Erde werden Unruhen ausbrechen. Auch in den Ländern des Westens. Die Menschen reagieren mit Sorgen und Ängsten auf den sich abzeichnenden Krieg. Zahlreiche Unternehmen müssen Leute entlassen. Zehntausende sind bereits arbeitslos geworden. Was sollen wir dich bitten, Gott? Es sind ja doch Menschen, die für das Unheil in der Welt verantwortlich sind.
Deshalb bitten wir dich: Gib den Menschen, besonders den führenden Politikern und ihren Ratgebern Intelligenz, Weisheit und Weitsicht. Schenke ihnen eine Gesinnung, die dem Frieden dient. Gib ihnen Kraft und Mut zu tun, was der Welt Frieden bringt.


Nicht nur was in der großen weiten Welt geschieht, macht uns Sorge und Angst. Auch um uns herum sterben Menschen und hinterlassen trauernde angehörige. Aus unserer Gemeinde ist Max Rapin verstorben im Alter von 82 Jahren. Du, Gott, hast Macht, uns Menschen aus dem Tod zu erretten, so wie du deinen Sohn Jesus von Nazareth von den toten auferweckt hast. Darum bitten wir dich: Erwecke unseren Verstorbenen zu neuem Leben in deiner Herrlichkeit. Schenke ihm Frieden und denen, die zurückbleiben. Lass sie Trost finden in den Erinnerungen an ein langes erfülltes Leben. Sei du bei ihnen und bei uns allen mit deinem guten Geist, der tröstet und Mut macht.

Alle Menschen, Gott, sind deine Kinder. Mit allen deinen Kindern auf der Erde rufen wir dich an: Vater unser im Himmel...