Aus der Landeskirche

 
Friedenswort

Landessynode beschließt Friedenswort

Vor hundert Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. Vor vierhundert Jahren begann der Dreißigjährige Krieg. Aus diesem Anlass beschloss die Landessynode im Januar eine Stellungnahme unter dem Titel "Auf dem Weg zum gerechten Frieden". Die Landessynode bittet Kirchenkreise und Gemeinden, das Friedenswort zu diskutieren und Ergebnisse der Diskussion zurückzumelden.

Mit ihrem Friedenswort macht sich die Landeskirche auf den "Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens". Ein erster Schritt auf dem Weg zu dem gerechten Frieden ist das Eingeständnis von Versäumnissen: "Wir tun bis heute zu wenig für den Frieden." Das Friedenswort beklagt die immer stärker werdende weltweite Militarisierung. Diese zeigt sich unter anderem darin, dass innerhalb der nächsten sechs Jahre die Ausgaben für militärische Zwecke verdoppelt werden sollen. Eine alarmierende Entwicklung sieht die Landeskirche auch in dem Umbau der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee zu einer Interventionsarmee. Sie verweist auf das "Weißbuch" der Bundesregierung. Mit dem Hinweis auf zahlreiche Konflikte und Krisen weltweit soll die Sicherheitspolitik neu ausgerichtet werden, um den "Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger" zu sichern. So erklärt die Regierung in dem Weißbuch von 2016.

Nicht hinnehmbar für die Landeskirche ist auch der wachsende Rüstungsexport. In den Jahren exportierten deutsche Konzerne mehr Waffen als jemals zuvor. Der Gesamtwert der Lieferungen lag von 2014 bis 2017 bei 25 Milliarden Euro. Die Landeskirche fordert: "Rüstungsexporte müssen ein Ende haben."

Ausdrücklich stellt sich die Landeskirche hinter gewaltfreie Protestaktionen gegen die Lagerung und Modernisierung von Atomwaffen in Büchel. Dort in der Eifel ist ein Luftwaffengeschwader der Bundeswehr stationiert. Die Landessynode fordert "den längst überfälligen Abzug statt der Modernisierung der Atomwaffen in Büchel und der anderen etwa 160 Atomwaffen in Europa. Die Bundesregierung soll endlich den Vertrag unterzeichnen, der Atomwaffen verbietet. 122 Staaten haben diesen Vertrag am 7. Juli 2017 beschlossen.

Die zahlreichen Kriege und Hungersnöte treiben viele Menschen in die Flucht. Die Landeskirche fordert "eine grundsätzliche Abkehr von der Politik der Abschottung, die Schaffung von legalen Zugangsmöglichkeiten nach Europa und eine tatsächliche Bekämpfung der Fluchtursachen, die gerechte Wirtschaftsbeziehungen einschließt."
Der gewaltfreie Umgang mit Konflikten soll Teil der schulischen Bildungsarbeit werden.

Die Grundlage für ihre Lehre vom gerechten Frieden sieht die Landeskirche in Jesu Tod am Kreuz, der alle tödliche Gewalt ins Unrecht setzt. Sie beruft sich auf die Bergpredigt, in der Jesus die glücklich preist, die Frieden stiften und nach Gerechtigkeit streben. Mit dem Hinweis auf die Friedensbotschaft Jesu bekräftig die Landessynode das Wort des Ökumenischen Rates der Kirche 1948 in Amsterdam: "Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein."

Bronzeskulptur von Jewgeni Wutschetitsch. Geschenk der Sowjetunion der UNO im Dezember 1959

eine h, die das biblische Motiv bildlich-plastisch darstellt.[41] Die Skulptur wurde im Garten des UNO-Hauptgebäudes in New York City aufgestellt. -_Jewgeni_Wutschetitsch_-_Geschenk_der_Sowjetunion_an_die_UNO_-