Aktuelles aus der Gemeinde

 
 

14. Kalenderwoche

Durch-halten und Durch-gehalten

"Herr, dein Wort heute Abend trifft und betrifft uns alle. In unserer Welt, die du noch mehr liebst als wir, sind wir mit voller Geschwindigkeit weitergerast und hatten dabei das Gefühl, stark zu sein und alles zu vermögen. In unserer Gewinnsucht haben wir uns ganz von den materiellen Dingen in Anspruch nehmen lassen und von der Eile betäuben lassen. Wir haben vor deinen Mahnrufen nicht angehalten, wir haben uns von Kriegen und weltweiter Ungerechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört. Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden. Jetzt, auf dem stürmischen Meer, bitten wir dich: "Wach auf, Herr!"
Gebet des Papstes anlässlich des Segens urbi et orbi

Die Corona-Krise entlarvt falsche Gewissheiten, Selbstüberhöhungen und allzu fraglos gewordene persönliche und gesellschaftliche Ideale. Hinter all dem kommen plötzlich wir selbst zum Vorschein, erschrocken, unsicher und irgendwie bloßgestellt. Aber es sind doch wir! Als ich bei uns in Wanheim von Geschäft zu Geschäft ging, um die Plakate für den Einkaufsdienst aufhängen zu lassen, habe ich dieses "wir" gespürt. Und wir leben es im Füreinander da sein durch Unterstützung, per Telefon, Internet und wie immer es uns möglich ist.
Es wird in uns und unter uns wach und offenbar, was uns wahrhaft ausmacht, nährt und hält. Mitmenschlichkeit, Verantwortung und Verbundenheit gehören auf alle Fälle dazu.
Rolf Seeger