Gedenken

 
Pastor i. R. Helmut Blank
Leon Jessel
Erika Pedak
Johanna Stadler
Helmut Lierhaus
Horst Ziemer
Reinhild Dahmen
Theo Ringel
Ernst Dohmen
Heinrich Hildebrand
Tilla Kaufmann

 

Pastor i. R. Helmut Blank
Ich aber und mein Haus
wollen dem Herrn dienen.
Josua 24,15

Die Evangelische Kirchengemeinde Wanheim
trauert um ihren

Pastor i. R. Helmut Blank.

Am 2. Weihnachtsfeiertag 1958 wurde Helmut Blank in der Wanheimer Kirche ordiniert. Bis 1990 blieb er Pfarrer der Gemeinde. Besonders am Herzen lag ihm die Jugend. Ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden berichten von einem lebendigen Unterricht. In schönster Erinnerung sind seine Freizeiten in die Ramsau. Tiefen Eindruck haben seine Predigten hinterlassen. Helmut Blank hat sich auch als Fußballfreund, aufmerksamer Mitbürger im Stadtteil und als Mitbegründer eines Entwicklungshilfeprojekts in Nigeria einen Namen gemacht. Der örtliche Bürgerverein hat ihn für sein Engagement 1990 mit dem Wanheimer Taler geehrt.
Nach dem Eintritt in den Ruhestand Helmut Blank ist zusammen mit seiner Frau Helga, die ihn in allen Dingen liebevoll unterstützt hat, seiner Wanheimer Gemeinde treu geblieben.
Die Wanheimer Kirchengemeinde und die örtliche Bürgerschaft werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde Wanheim
Pfarrer Friedrich Brand

 
Leon Jessel
Leon Jessel und Leni Steinancher
Stolpersteine in Wanheim

Am Montag, den 23. Mai, werden um 15 Uhr auf der Wanheimer Straße drei "Stolpersteine" verlegt zum Gedenken an Arnold, Martha und Ruth Jessel.
Arnold Jessel, 1885 geboren, eröffnete 1912 zusammen mit seiner Frau Martha Jessel ein Bekleidungsgeschäft in Wanheim. Seit 1919 war das Geschäft an der Wanheimer Straße 648 ansässig.
Das "Haus Jessel" galt in Wanheim als gute Adresse. Jessel war auch Mitglied mehrerer Vereine. Nach der Machtübernahme durch die Nazis und den von ihnen erlassenen anti-jüdischen Gesetzen mussten die Vereine alle Juden ausschließen. Der Wanheimer Turn-verein hat daraufhin die Namen der Jessel-Kinder Ruth und Leon gelöscht, ihnen jedoch die weitere Teilnahme an den Übungsstunden ermöglicht.
Nationalsozialisten aus Hüttenheim verwüsteten in der Nacht vom 19. auf den 20. November 1935 die Geschäftsräume des Hau-ses Jessel. Die Eheleute Jessel flohen mit ihrer Tochter zu Verwandten nach Kaiserswerth. Leon gelang es im Februar 1939, nach mehreren Verhaftungen und einer Inhaftierung im KZ Buchenwald Deutschland zu verlassen.
Das "Haus Jessel" in Wanheim übernahm 1936 ein nicht-jüdischer Geschäftsmann und eröffnete es neu als "Fritz Hellweg Kaufhaus".
Ruth Jessel wurde 1942 nach Lublin deportiert. Dort sperrten SS-Leute sie in einer Holzbaracke ein, um alle dort eingeschlossenen Menschen mit der Baracke zu verbrennen. Ruth war 31 Jahre alt, als Nazi-Verbrecher sie ermordeten.
Arnold und Martha Jessel wurden am 25. Juli 1942 in das KZ Theresienstadt und von dort am 15. Mai 1944 nach Auschwitz ge-bracht, wo sie das Schicksal von 2.500.000 Menschen in Auschwitz teilten: Sie wurden wie ihre Tochter ermordet.
(Die Angaben sind dem 3. Band der Heimatgeschichte von Heinrich Hildeb-rand entnommen. Der Bericht, zu finden auf den Seiten 544 bis 549 folgt hier im Wortlaut.)

 

 

Das Schicksal der jüdischen Familie Jessel

Die heute über 70-jährigen in Wanheim geborenen und zumindest bis zum ende des Zweiten Weltkriegs dort verbliebenen Bürger werden sich noch, je nach Alter mehr oder weniger intensiv, an das Beklei-dungsgeschäft des Juden Arnold Jessel erinnern. Es dürfte ihnen auch bekannt sein, dass Arnold Jessel, seine Ehefrau Martha und seine Tochter Ruth in Vernichtungslagern der SS den Tod gefunden haben.
Über die historischen Entwicklungen, die diesem Geschehen vo-rausgingen, möge man sich in der einschlägigen Literatur, z.B. der von Dr. von Roden verfassten "Geschichte der Duisburger Juden" infor-mieren. Wir beschränken uns hier auf die Darstellung einiger darin be-schriebener Vorgänge, die zeigen sollen, wie sich nach der "Macht-übernahme" der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 auch in Duis-burg das Verhältnis der Bevölkerung zu den Juden schlagartig verän-derte. Wie v. Roden schrieb, begann das rücksichtslose und brutale Vorgehen gegen die Duisburger Juden, soweit den Quellen zu entneh-men war, am 22. Februar 1933.
Im Laufe des gesamten Jahres 1933 kam es in Duisburg immer wie-der zu Übergriffen gegen jüdische Geschäftsleute und Persönlichkei-ten, die zumeist von der Polizei bagatellisiert oder falsch dargestellt und juristisch nicht geahndet wurden.
Am 31. März 1933 nahm der Rat der Stadt folgenden Dringlich-keitsantrag der Fraktion der NSDAP an:
Die Stadtverwaltung wird ersucht, ab heute ihren Beamten, Ange-stellten und Arbeitern unter Androhung der Entlassung bzw. des Disziplinarverfahrens zu untersagen, in jüdischen Geschäften bis auf weiteres Einkäufe zu tätigen oder jüdische Rechtsanwälte und Ärzte in Anspruch zu nehmen.
Wenn auch die gesetzlichen Bestimmungen z. Zt. eine Handhabe im Sinne des Antrages nicht geben, so erachte ich es doch für selbstver-ständlich, daß die Beamten-, Angestellten-, Arbeiter- und Lehrer-schaft den Abwehrkampf der Reichsregierung gegen die ausländische Greuelhetze im Sinne des Antrages unterstützt. Diese Verfügung ist sofort sämtlichen Beamten, Angestellten, Arbeitern und Lehrern bekanntzugeben.
Der Oberbürgermeister

Die den Rat nach gewaltsamer Verdrängung der KPD-Ratsherren be-herrschende NSDAP/DNVP-Fraktion hatte demnach bereits im März 1933 die Macht, einen Mehrheitsbeschluss durchzusetzen, für den eine gesetzliche Handhabe überhaupt nicht bestand. Der damalige (Noch-) Oberbürgermeister Karl Jarres wie auch die sich der Stimme enthal-tende Zentrumsfraktion konnten die Annahme dieses Beschlusses nicht verhindern.
Diese in ähnlicher Form im gesamten Reichsgebiet eingeführte Ver-fügung wurde im September 1933 wegen ihrer negativen Auswirkun-gen auf die Volkswirtschaft zwar wieder außer Kraft gesetzt, im Sep-tember 1935 - nach Festigung des nationalsozialistischen Regimes -jedoch endgültig zur rigorosen Durchführung gebracht. Am 8. Sep-tember 1935 versandte die Kreisleitung der Duisburger NSDAP an ih-re Ortsgruppen ein Verzeichnis aller in Duisburg bestehenden jüdi-schen Geschäfte, das u.a. folgende Eintragung enthielt "Jessel, Arnold, Kurz-Weiß-Wollwaren, Ehinger Straße 248".
Einen der "legalen" Rahmen zur Diskriminierung der Juden in Deutschland bildeten die berüchtigten "Nürnberger Gesetze", die an-lässlich des "Reichsparteitags der Freiheit" am 15. September 1935 vom nach Nürnberg einberufenen Reichstag angenommen wurden. Von da an waren die Juden das "Freiwild" der Öffentlichkeit.


Die Familie Jessel

Die folgenden Ausführungen stellen eine Zusammenfassung dar der Angaben
- in der "Geschichte der Duisburger Juden" von Günter von Roden
- des Archivs der Stadt Duisburg,
- von Herrn Leon Jessel aus Walsall, England,
- von Herrn Friedhelm Hütten, USA,
- und von älteren Wanheimer Bürgerinnen und Bürgern.

Arnold Jessel wurde am 9. Februar 1885 in Weilburg geboren. 1903 und 1909 hat er sich vorübergehend in Duisburg und in Wanheim auf-gehalten. Nach seiner Vermählung mit Martha Wolf, geb. am 12. Mai 1885 in Kaiserswerth, eröffnete er 1912 in Wanheim, Ehinger Straße 358, ein Herrenbekleidungs- und Manufakturwarengeschäft. (Das in-zwischen abgerissene Haus stand auf der Westseite der Ehinger Straße etwa gegenüber der Mitte der Häuserzeile zwischen dem Wanheimer Hochbunker und der Ecke Ehinger Straße/Steinbrinkstraße.)
1919 verlegte er sein Geschäft in das Haus "Ehinger Straße 248" (1990: Wanheimer Straße 648), in dem die Familie bis zur gewaltsamen Zerstörung der Geschäftsräume im November 1935 wohnte. Das Duisburger Adressbuch des Jahres 1937 enthält jedoch noch folgende Eintragungen:
Im Namensverzeichnis: "Arnold Jessel, Manufakturwaren, Ehinger Straße 248"; im Straßenverzeichnis: "Ehinger Straße 248, Fritz Hell-weg, Kaufhaus". Die Angaben im Namensverzeichnis sind nachweis-lich falsch, die im Straßenverzeichnis sind nachweislich richtig. Fritz Hellweg hatte 1936 Geschäftsräume und -brauche im Hause Ehinger Straße 248 übernommen.

Das Ehepaar Jessel hatte drei Kinder:
Ruth, geb. 17. November 1911 in Düren,
Edith, geb. 3. Oktober 1913 in Wanheim,
gest. 20. Mai 1917, beerdigt in Kaiserswerth, Leon(hard), geb. 25. Juni 1918 in Wanheim.

Arnold Jessel hat von 1915 bis 1918 als deutscher Soldat am Ersten Weltkrieg teilgenommen.
Im Urteil der älteren Wanheimer Bürger war das "Haus Jessel" gut angesehen. Alle Befragten stimmten darin überein, dass Arnold Jessel sich alljährlich durch Kleider- und sonstige freiwillige Sachspenden an Bedürftige oder an Schulen und Kindergärten besonders hervorgetan hat. Jessel war auch Mitglied mehrerer Vereine. 1933 mussten jedoch alle Mitgliedschaften aufgelöst werden. Im Mitgliederverzeichnis des MGV "Sängerbund" 1871 Wanheim ist der Name Jessel bis einschl. 1932 enthalten. Johann Hütten vom TV 1900 Wanheim berichtete, dass auch der Turnverein zur Aufhebung der Mitgliedschaft aufgefor-dert worden war. Der Verein habe daraufhin zwar die Namenseintra-gung gelöscht, den Kindern Ruth und Leon aber die weitere praktische Teilnahme an den Übungen so lange, wie es ging, ermöglicht. Leon Jessel hat diese Angaben am 15. Mai 1990 anlässlich seines Besuchs in Wanheim bestätigt.
Die ersten Belästigungen der Familie setzten schon kurz nach dem 30. Januar 1933 ein. Sie waren u.a. dadurch gekennzeichnet, dass uni-formierte Mitglieder der NSDAP sich in provozierender Weise in der Nähe des Geschäfts aufhielten und Geschäftsbesucher fotografierten.
Es wird ebenfalls berichtet, dass auch Wanheimer Bürger bereits 1933 Arnold Jessel ihre Freundschaft aufgekündigt haben. Der 14jährige Sohn Leon wurde am 1. April 1933 erstmals verhaftet. Nach seinen Angaben sind die Geschäftsräume seiner Eltern in der Nacht vom 19. auf den 20. November 1935 (der 20. November war Buß- und Bettag) verwüstet worden. Nach unseren Untersuchungen hat keine der damals in Duisburg erscheinenden Zeitungen über diesen Vorfall berichtet. Nach übereinstimmenden Angaben von Herrn Leon Jessel und Wanheimer Bürgern sollen Nationalsozialisten aus Hüttenheim an der Zerstörung der Geschäftsräume beteiligt gewesen sein.
Unmittelbar nach diesem Vorfall hat sich das Ehepaar Jessel mit Tochter Ruth zu den Eltern von Frau Jessel nach Kaiserswerth bege-ben, von wo sie jedoch nach Duisburg zurückkehren mussten, weil Ju-den ihren Wohnort nicht verlassen durften. Bis 1939 wohnten sie in Duisburg, Lippestr. 18. Das Duisburger Adressbuch von 1939 enthält dazu folgenden Vermerk: "Jessel, Arnold Israel, Lippestr. 18". (Die Nationalsozialisten hatten die männlichen Juden mit dem Zusatz "Isra-el", die weiblichen mit dem Zusatz "Sara" zu ihrem Vornamen beson-ders gekennzeichnet.) Eine in diesem Haus auf derselben Etage woh-nende Duisburgerin berichtete in einem Schreiben an das Archiv der Stadt, dass das Ehepaar Jessel zuweilen nachts das Haus verlassen hat: offensichtlich aus Angst vor weiteren Belästigungen. Dazu könnten glaubhafte Überlieferungen aus Wanheim passen, die davon berichten, dass Herr Jessel im Schutz der Dunkelheit ehemalige und ihm zuver-lässig erscheinende Wanheimer Kunden aufgesucht hat, um ihnen Restbestände aus seinem Geschäft zum Kauf anzubieten. Auf diese Weise hat z.B. Frau Elisabeth Hucks 1935 oder 1936 Wäsche für die Aussteuer ihrer Tochter Martha erworben.
1939 musste die Familie Jessel in das einem Juden gehörende Haus Güntherstraße 12 in Duisburg umziehen, das nur von Juden bewohnt war. Der heute in den USA lebende Friedhelm Hütten erinnert sich da-ran, dass er als Schüler gemeinsam mit seinem Vater, Hermann Hütten, Wanheim, Friemersheimer Straße 33, nachts mit einem Handwagen zur Güntherstraße gegangen ist, um Wertsachen der Familie Jessel nach Wanheim zu holen und in seinem Elternhaus zu verbergen. In dem "Judenhaus" an der Güntherstraße sollen wegen der großen Zahl der dort Untergebrachten beklagenswerte Wohnverhältnisse geherrscht haben. Die letzte Duisburger Wohnung der Familie Jessel befand sich in Meiderich, Baustraße 34/36.
Arnold Jessel ist ah 1939 zur Zwangsarbeit in Duisburg gezwungen worden. Mehrere Wanheimer berichten übereinstimmend, ihn in Ar-beitskolonnen des Straßenbaus gesehen und gegrüßt zu haben. Herr Jessel bat jedoch, auf den Gruß zu verzichten und unauffällig weiter-zugehen. Ähnliches wird auch von Frau Jessel und ihren zufälligen Begegnungen mit alten Bekannten aus Wanheim berichtet. Seit Sep-tember 1941 mussten die Juden den sog. "Judenstern" tragen. Wanheimer haben dieses Kennzeichen auch an der Kleidung der Ehe-leute Jessel gesehen.
Ruth Jessel hat sich 1941 von Duisburg nach Mainz umgemeldet und dort einen Juden namens Waldmann geheiratet.
Leon Jessel wurde, wie bereits erwähnt, erstmals am 1. April 1933 verhaftet. Er ging 1935 nach Frankfurt, uni in einem der Familie be-kannten Unternehmen eine Lehre im Ledergewerbe anzutreten. 1938 wurde er dort wiederum verhaftet und im November in das Konzentra-tionslager Buchenwald eingeliefert. Von dort bat er Ende 1938 seine Mutter um die Zusendung von 20,- Mark und einer alten Decke. Zu je-ner Zeit waren dort ca. 13.000 Juden und 10.000 Deutsche inhaftiert. Wie Leon Jessel 1990 in Wanheim berichtete, hat ihm die im TV 1900 Wanheim erworbene physische Leistungsfähigkeit das Ertragen der unmenschlichen Haftbedingungen wesentlich erleichtert. Im Januar 1939 erlangte er die Freiheit wieder, weil sich ein ihm unbekanntes englisches Ehepaar bereit erklärt hatte, einen jungen deutschen Juden aufzunehmen. Mit einem am 27. Januar 1939 in Offenbach auf den Namen "Leonhard Israel Jessel" ausgestellten und mit einem großen roten "J" (für "Jude") besonders gekennzeichneten Reisepass konnte er Ende Februar 1939 Deutschland verlassen. Zwischen seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager und seiner Ausreise war er in Offenbach noch ca. 15mal vorübergehend inhaftiert worden. Sein persönliches Martyrium, das in Buchenwald schmerzliche Höhepunkte erreicht hatte, ging mit seiner Ausreise zu Ende, das Leid über den gewaltsam herbeigeführten Verlust aller Familienangehörigen stand ihm jedoch noch bevor.
Auf der Rückseite der Karte hatte Leon Jessel seiner Mutter folgendes mitgeteilt: Liebe Mutti, ich sitze hier ein, und mir geht es gut. Ich habe vorläufig Postsperre. Anfragen an die Kommandantur sind zwecklos. Schicke mir bitte 20,-, denn Geldsendungen durch Postanweisung sind zulässig. Beachte bitte Ne.. & Block. Sende mir ebenfalls 1 alte Decke und 1 Paar derbe Stiefel. Füge jedoch keinen Brief bei. Herzliche Grüße Dein Sohn Leon

Das Schicksal von Ruth Jessel erfüllte sich bereits am 30. September 1942. Gemeinsam mit andern nach Polen deportierten Juden sperrte man sie in Piaski/Lublin in einer Holzbaracke ein, die anschließend angezündet und mit allen darin eingeschlossenen Menschen einge-äschert wurde.
Arnold und Martha Jessel wurden am 25. Juli 1942 von Duisburg aus nach Theresienstadt in Böhmen und von dort am 15. Mai 1944 nach Auschwitz in Polen gebracht, wo sie die "Endlösung" erwartete. Als Todesdatum wird der 1. November 1944 genannt, doch gibt es da-für keinen Beleg.
Leon Jessel hat im Juli 1945 die Familie Hütten in Wanheim aufgesucht und in Kaiserswerth den Familienbesitz beansprucht. Zum Dank für ihre Hilfsbereitschaft unterstützte er anschließend die Familie Hüt-ten mehrfach durch Paketsendungen. Leon Jessel hat in England eine neue Heimat gefunden und dort eine Lederwarenfabrik gegründet, die inzwischen von seinem Sohn geleitet wird.
Leon Jessel verbrachte Mitte Mai 1990 auf Einladung des Duisbur-ger Oberbürgermeisters Krings mehrere Tage in Duisburg. Am 15. Mai 1990 folgte er freundlicherweise einer Einladung des Heimat- und Bürgervereins Wanheim-Angerhausen e.V zu einem Gespräch in der Wohnung des Vorsitzenden Wilfried Hucks. An diesem Treffen haben auch mehrere ältere Wanheimer Bürger und der Verfasser teilgenom-men. Es war ein zeitweise schwieriges Gespräch, das jedoch sowohl von Leon Jessel als auch von den übrigen Teilnehmern übereinstim-mend als notwendig und nützlich eingeschätzt wurde. Herr Jessel äu-ßerte sich dahingehend, dass Wanheimer Bürger der Familie Jessel zu keiner Zeit Schaden zugefügt hätten und erklärte sich gleichzeitig zur uneingeschränkten Mitarbeit an diesem Bericht bereit. Dafür sei ihm an dieser Stelle herzlich gedankt.
Nach unserer derzeitigen Kenntnis waren der Arbeiter Hermann Hütten und sein noch schulpflichtiger Sohn Friedhelm die einzigen Wanheimer Bürger, die unter Missachtung der für sie selbst damit ver-bundenen Gefahren der in größter Not geratenen Familie Jessel praktische Hilfe geleistet haben.

 
Erika Pedak
Im Alter von 83 Jahren verstarb am 27. Oktober 2013 unsere langjährige Gemeindehelferin Erika Pedak. Sie wurde am 19. März 1930 in Ostpreußen geboren und dort auch noch konfirmiert. Nach der Flucht wohnte die Familie in Bochum-Langendreer. Später besuchte sie die Bibelschule in Wuppertal und trat ihre ersten Stellen in Essen und Mülheim an. Von 1970 bis 1992 wirkte sie in Wanheim.
Unsere Gemeinde hat Frau Pedak außerordentlich viel zu verdanken. Nur stichwortartig ist es möglich, ihre vielen Aktivitäten und Initiativen aufzuzählen. Da ist der Kirchenchor, der Ehepaarkreis, der "Abend der Frau". Da sind die vielen Freizeiten, die Gemeindefeste oder Adventsfeiern. Da sind der Kindergottesdienst, die Kinder- und Jugendarbeit und der Konfirmandenunterricht. Die Arbeit im Presbyterium oder in den verschiedenen Ausschüssen. Da ist ihr sozial-diakonisches Engagement etwa in der damaligen Efeustraße oder später im Besuchsdienst. Da ist ihr seelsorgerliches Wirken bis hinein in menschliche Winkel, die von den Pastoren nicht immer erreicht werden. Die Aufzählung muss unvollständig bleiben.
In all den Jahren hat sich Frau Pedak ein überaus hohes Maß an Ansehen erworben, gerade weil sie darum nie gebuhlt hat. Das lag neben ihrem großen Engagement vor allem an ihrer zugewandten und menschenfreundlichen Art und ihrer natürlichen Frömmigkeit. Dazu gehörte, dass sie manchmal, wie man hier sagt, auch "ihren Kopf hatte". Im Streit war sie es allerdings meist, die den ersten Schritt zur Versöhnung tat. Ihr Christsein war im wahrsten Sinne des Wortes glaubwürdig. Bei ihrem Abschiedsgottesdienst wollte sie kein Menschenlob hören. Doch wir haben allen Anlass, Gott für dieses segensreiche Leben zu danken.

Okko Herlyn

 
Johanna Stadler

"Du warst so Vieles", so stand es auf der Todesanzeige:
"Eine liebende und sorgende Ehefrau, Mama und Oma.
Und auch Karnevalspräsidentin, Umweltaktivistin und Seelentrösterin für Viele.
Wir vermissen dich sehr."
Am 8. Januar ist Johanna Stadler gestorben. Ihren 83. Geburtstag hat sie noch zu Hause feiern können. An diesem Tag war sie richtig guter Dinge und voller Hoffnung, dass sie nun eine Weile ohne Krankenhaus auskommen könnte. Die Freude am Leben und die Liebe ihrem Mann, der sie dringend brauchte, hielt sie aufrecht.
Seit ihre beiden Kinder aus dem Haus waren, engagierte sie sich in der Gemeinde. Die Seite der Dahlienstraße mit den geraden Hausnummern war ihr Bezirk. Dort besuchte sie die Alten an ihren Geburtstagen, ging im Advent sammeln für die Diakonie und trug den Gemeindegruß aus. Als Pfarrer Okko Herlyn 1991 einen Altentreff neu belebte, suchte er dafür Mitarbeite-rinnen. Johanna Stadler gehört seit der ersten Stunde zum Team, das Mittwoch für Mittwoch Kuchen backt, Kaffee kocht, für die Bewirtung sorgt und sich ein buntes Programm für die älteren Herrschaften überlegt. Da diese nicht ständig an ihr Alter erinnert werden möchten, bekam der Kreis den Namen "Mittwochstreff".
Nach dem Ausscheiden von Pfarrer Herlyn übernahm Johanna Stadler die Leitung und füllte dieses Amt auch mit achtzig Jahren noch voller Freude und Engagement aus. Ob als Karne-valspräsidentin oder Mitglied der Knevelshof-Tanzgarde, sie macht stets eine gute Figur. Em-sig war sie auch darum bemüht, Kontakte zu pflegen. Regelmäßig gehen bis heute Besuche hin und her zum Seniorentreff Neumühl oder zur Holtener Frauenhilfe.
Äußerst wachsam nahm sie auch wahr, was im Stadtteil und in der Stadt passierte. Seit der Gründung gehörte sie der Wanheimer Bürgerinitiative gegen radioaktive Verseuchung an, die gegen die Ansiedlung der GNS in Wanheim protestierte.
Nach ihrem 80. Geburtstag musste sie sich aus gesundheitlichen Gründen mehr und mehr aus der aktiven Gemeindearbeit zurückziehen. In der Wanheimer Kirche, die sie zusammen mit ihrem Mann über den Freundeskreis lange Jahre unterstützt hat, fand die Trauerfeier für sie statt. Christa Stadler, die Tochter der Verstorbenen, sprach darin dieses Gedicht von Marie-Luise Kaschnitz:

Glauben Sie, fragte man mich,
an ein Leben nach dem Tode?
Und ich antwortete: Ja.
Aber dann wusste ich keine Auskunft zu geben,
wie das aussehen sollte dort.
Ich wusste nur eins:
keine Hierarchie auf goldenen Stühlen sitzend,
kein Niedersturz verdammter Seelen.
Nur,
nur Liebe, freigewordene,
niemals aufgezehrte, mich überflutend.
Mehr also, fragen die Frager,
erwarten Sie nicht nach dem Tode?
Und ich antworte:
Weniger nicht.

 

 
Abschied von Helmut Lierhaus

Zu dem Bild: Helmut Lierhaus und Theo Ringel, zwei Männer, die sich verstehen

Am Montag, den 5. Juli, ist Helmut Lierhaus nach schwerer Krankheit gestorben. Er hat von 1962 die Orgel in der Wanheimer Kirche gespielt. 29 Jahre stand er als Organist im Dienst der Gemeinde, so lange wie vor ihm und nach ihm bisher keiner.
Im Gemeindegruß April/Mai 1991 dankt ihm Erika Pedak mit diesen Worten:
"´Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte.` Dieses Wort aus Psalm 73 ist Herrn Lierhaus in seinem langen Leben wichtig geworden. Es hat ihn begleitet auch auf dem langen Weg in unserer Gemeinde. Er hat es musiziert und gesungen, und er hat es überzeugend getan. Er, der Mann, der 29 Jahre auf der Orgelbank gesessen hat. Wie viele Gottesdienste sind das? Wie viele Feste und Feiertage?
Er hat uns mit sicherer Hand durch die Liturgie geführt, war helfend da, wenn wir neue Lieder einsangen. Es machte uns Spaß, zu seinem Orgelspiel unsere geliebten Choräle zu singen. Und wie freute sich die Gemeinde an seinen abwechslungsreichen Vor- und Nachspielen. Viele waren ein wahrer Ohrenschmaus. Ihm sei von Herzen für seinen musikalischen Dienst gedankt. Er wird nun der Gemeinde auf seinem Platz auf der Orgelempore sehr fehlen."
Am Samstag, den 6. April 1991 wurde Helmut Lierhaus mit einem festlichen Gottesdienst verabschiedet. Er war auch nach der Pensionierung gern bereit, bei Beerdigungen und Trauungen zu spielen oder im Gottesdienst auszuhelfen. Sein Lebensschwerpunkt verlagerte sich mit der Zeit immer mehr in die schöne Gegend von Freiburg in der Nähe des Schwarzwaldes. Dort wohnt einer der beiden Söhne mit Frau und drei Kindern. Kurz nach seinem siebzigsten Geburtstag zogen er und seine Frau im Februar 2001 den Kindern und Enkeln nach. Hin und wieder kamen sie noch einmal nach Wanheim, so bei der Hundertjahr-Feier der Kirche im Jahr 2003, bei der auch das Foto unten entstanden ist.
Am Montag, den 19. Juli, hat die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung der Urne in Bahlingen stattgefunden.
Helmut Lierhaus hat nach wie vor in Wanheim viele Freunde, die um ihn trauern. Die Gemeinde wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 
Horst Ziemer gestorben
 
Horst Ziemer (Links) im Wahlvorstand bei der Presbyteriumswahl 1996 mit Christel Sablotny, Gisela Topolski, Klaus Tepelmann und Horst Sablotny.
 
Am Sonntag, den 18. Mai, ist in den frühen Morgenstunden der ehemalige Presbyter der Gemeinde, Horst Ziemer, gestorben. 1992 wurde Horst Ziemer in das Leitungsgremium gewählt. Er trat damit in die Fußstapfen seiner Mutter, die dem Presbyterium als eine der ersten Frauen angehört hatte.
In die Amtszeit von Horst Ziemer fiel der Abschied von Okko Herlyn und die Wahl des Nachfolgers. Kurz nach der Presbyteriumswahl 1996 legte Horst Ziemer sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder.
Mit Begeisterung verfolgte er die Konfirmanden-Fußballturniere im Juni des letzten Jahres und Ende Januar dieses Jahres. Seine Enkeltochter Maren gehörte beide Male zur Siegermannschaft.
Ein unvergessenes Erlebnis blieb für ihn der eigene Erfolg im Handball. 1965 wurde die
Wanheimer CVJM-Mannschaft deutscher Eichenkreuzmeister und erhielt eine Einladung zu einem Freundschaftsspiel gegen die dänischen Meistermannschaften aus Jütland und Seeland. Horst Ziemer machte als Mitglied der Wanheimer Meistermannschaft die legendäre Reise nach Dänemark mit.
Ende März dieses Jahres wurde eine schwere Erkrankung bei ihm diagnostiziert, an deren Folgen er sechs Wochen später verstarb. Horst Ziemer wurde 73 Jahre alt.
 
Nachruf auf Reinhild Dahmen

Unter den Geburtstagskindern im August wäre auch Reinhild Dahmen gewesen. Am 31. hätte sie ihr 78. Lebensjahr vollendet. Doch sie ist am 2. Mai nach langer und mit großer Tapferkeit ertragener Krankheit gestorben.

Reinhild Dahmen hat zusammen mit ihrem Mann Kurt 23 Jahre den Küsterdienst in der Gemeinde versehen.
Sie war darüber hinaus viele Jahre ehrenamtlich in der Gemeinde aktiv als Mitglied der Frauenhilfe, beim Legen und Verteilen des Gemeindegrußes, als Mitglied im Besuchsdienstkreis und als Diakonie-Sammlerin.
Ihr Konfirmationsspruch war das Leitwort für die Trauerfeier: "Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat."
Vergessen werden auch die Gemeindemitglieder nicht, was sie Gutes für die Gemeinde getan hat. Unter großer Anteilnahme ist sie zu Grabe getragen worden.

 
Theo Ringel verstorben

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb am 5. September Theo Ringel. Er war einer der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, auf die eine Gemeinde nicht verzichten kann.
Nach der Pensionierung der Gemeindehelferin Erika Pedak im März 1993 nahm er sich in die Pflicht und kümmerte sich um den Ehepaarkreis, den Frau Pedak gemeinsam mit Pfarrer Wilfried Schlee zu Beginn der 70er Jahre ins Leben gerufen hatte. Der Kreis entwickelte sich zu einer festen Größe in der Gemeinde.
Bereits im Gemeindegruß für die Monate Juni/Juli 1993 war für Rückfragen die Telefonnummer von Theo Ringel angegeben. Er wollte als tatkräftiger Mitarbeiter gesehen werden. In den Folgejahren wurde aus dem "Kümmerer" ein verlässlicher Leiter des Kreises.
Nach der gemeinsamen Planung im Januar eines jeden Jahres sorgte er gemeinsam mit seiner Frau Dele für die Umsetzung des Programms. Er nahm Kontakte zu gewünschten Referenten auf und leistete die Vorarbeit für die Aktivitäten außerhalb der Gemeinde.
Besichtigungen, kulturelle Veranstaltungen und Ausflüge erforderten viele Telefonate und Terminabsprachen. Hinzu kamen Erinnerungen an die "Termin-Vergesslichen".
Unvergessen bleiben für alle aus dem Kreis die gemütlichen Abende, an denen er mit seiner Frau theaterreif für Heiterkeit sorgte. Die besinnlichen Stunden zur Adventszeit in dem unter Mithilfe von Ute Götsch geschmückten Domcafe´ rundeten das Jahresprogramm ab.
Wir denken gern an die dreizehn Jahre mit ihm zurück. Er wird in Gesprächen immer wieder unter uns sein.

Hans Rohrbach

 
Ernst Dohmen Vermisstenschicksal nach 59 Jahren geklärt

Ernst Dohmen, geboren am 9. September 1925 in Wanheim und Bruder von Heinz Dohmen und Trude Rohrbach, galt seit März 1945 als vermisst. Am 15. März 1945 schrieb er an die in Thüringen evakuierte Mutter und Schwester, dass er sich nun in einem Barackenlager im Raum Fürstenwalde (östlich von Berlin) befinde und auf den Einsatzbefehl in östlicher Richtung wartete; dies war seine letzte Nachricht.
Umfangreiche Suchmeldungen der Eltern nach Kriegsende führten zu keiner weiteren Aufklärung.
Im April 2004 erhielt Heinz Dohmen eine Mitteilung des Deutschen Roten Kreuzes, dass auf Grund der FamilienSuchmeldung aus den 50er Jahren das Schicksal des Verschollenen nun aufgeklärt werden konnte. Eine Sterbefallanzeige war dem Schreiben beigefügt. Als Todestag war der Zeitraum Mitte bis Ende März 1945 bei Kuhbrücke in der Provinz Brandenburg angegeben.
Weiterer Schriftverkehr mit den zuständigen Behörden gab genaue Auskünfte: Am 9. September 2002, es wäre sein 77. Geburtstag gewesen, konnte ein Bestatter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Überreste von Ernst Dohmen aus einem Feldgrab am Oderdamm bergen und auf den Soldatenfriedhof in Lietzen überführen.
In der letzten Oktoberwoche dieses Jahres besuchten Bruder und Schwester des Verstorbenen mit ihren Ehepartnern den Friedhof und auch den Fundort am Oderdamm. Ein Mitarbeiter des Volksbundes begleitete sie. Dank der umfangreichen Arbeit des VDK ist der Friedhof in einem gepflegten und guten Zustand, ein beruhigendes Gefühl für die Angehörigen.
Hans Rohrbach

 
Heinrich Hildebrand

Heinrich Hildebrand hat ihn gerade noch fertig bekommen: Den vierten und letzten Band seiner Wanheimer Heimat-geschichte.
Nach seiner Pensionierung hat Heinrich Hildebrand 1987 mit der Erforschung der Heimatgeschichte begonnen. Schnell türmte sich vor ihm ein Berg von alten Belegen und Unterlagen auf. In drei Bänden mit insgesamt über 1300 Seiten brachte er eine umfassende Darstellung der Wanheimer Geschichte heraus.

Einen eigenen vierten Band sah er vor für die Geschichte Schule und der beiden Wanheimer Kirchen. Mit dem Gefühl, dass die Kraft irgendwann einmal aufgezehrt sein könnte, arbeitete er sich unermüdlich voran. Noch vom Krankenbett aus gab er letzte Anweisungen für die Fertigstellung, bis sein treuer Mitarbeiter Wilfried Hucks ihm schließlich sagen konnte: "Es ist vollbracht. Der Band ist in Druck."
Heinrich Hildebrand hat damit sein Lebenswerk vollendet. Er ist am 2. November gestorben und sechs Tage später unter großer Anteilnahme der Gemeinde beigesetzt worden. Der gesamte Stadtteil ist ihm zu großem Dank verpflichtet.
Am Dienstag, den 14. Dezember, wird das Buch um 19 Uhr im Bürgertreff der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist dann bei Wilfried Hucks und in der Buchhandlung "Was ihr wollt" in Buchholz zum Preis von 20 € erhältlich.

 
Tilla Kaufmann Alt werden kann schön sein

Ungefähr fünfhundertfünfzig Personen in der Gemeinde Wanheim sind siebzig Jahre und älter. Eine ist am 1. Mai hundert geworden: Tilla Kaufmann. In bester Stimmung und guter Verfassung nahm sie die Glückwünsche der zahlreichen Gratulanten entgegen.

Der Männergesangverein Thyssen-Wanheim brachte ihr ein Geburtstagsständchen dar. Auch die Mitbewohner und Pflegerinnen im Christopherusheim hatten ihre Freude daran. Es ist nicht auszuschließen, dass Tilla beim nächsten Wanheimer Volksfest wieder dabei ist und sogar ein Tänzchen riskiert. Den Segen der Wanheimer hat sie.