Aus dem Presbyterium

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Abschied von Ute Götsch und Friedhelm Wagner
- Beide Presbyter scheiden aus Altesrsgründen aus den Presbyterium aus -

Pfarrer Rolf Seeger hat sie interviewt. Zuerst Ute Götsch.

Rolf Seeger: "Ute, wie lange warst Du im Presbyterium und in welchen Bereichen hast Du Dich engagiert?"
Ute Götsch: "Ich war 10 Jahre im Presbyterium. Ich bin damals für unseren Sohn nachgerückt. In unserer Gemeinde war ich im Jugendausschuss und im Friedhofsausschuss. Und seit einiger Zeit leite ich den Ehepaarkreis. Es sind immer so ca. 20, die teilnehmen. Wenn man merkt, wie dankbar die Leute sind, ist es die Sache wert. Ich freue mich, dass es eine große Gruppe ist. Über unsere Gemeinde hinaus war ich in der Trägerkonferenz für die Kitas und im Fachausschuss Erziehung und Bildung, was mich als Lehrerin interessiert hat. Da saß ich als eine der wenigen Ehrenamtlichen zwischen all den Hauptamtlichen. Wir haben zum Beispiel die Begrüßungshefte für Neugeborene erstellt."
"Gibt es Höhepunkte, auf die Du gern zurückschaust? "
"Freude gemacht haben mir die Sportstunden mit den Kindergartenkindern in der Turnhalle der Grundschule. Das hat den Kindern auch Freude gemacht. Kinder müssen sich bewegen. In dem Riesenraum frei rumzurennen - das tat ihnen gut. Der Bewegungsraum im Kindergarten ist schön. Aber er ersetzt keine Turnhalle."
" Welche Aufgaben hat unsere Gemeinde oder Kirche in der Zukunft zu bewältigen?"
"Veränderungen sind unabdingbar. Da müssen sich alle drauf einstellen. Die Gemeinden müssen enger zusammenarbeiten. Das Presbyterium gibt sich Mühe, die Identität unserer Gemeinde zu bewahren. Man muss sich mental auf Veränderungen einstellen."
"Was fändest Du in unserer Gemeinde wichtig?"
"Zum Beispiel sollten neuzugezogene Familien besucht werden und so in unserer Gemeinde begrüßt werden. Ich weiß, dass das ein Aufwand ist. Aber so ein Begrüßungsbesuch mit einer kleinen Aufmerksamkeit in der Hand macht was aus."
"Jetzt bitte ich Dich, folgende Satzanfänge zu vervollständigen: Ich war im Presbyterium, weil..."
"Christsein Nächstenliebe heißt."
"In einer Presbyteriumssitzung habe ich..."
"des Öfteren mal eine Faust in der Tasche gemacht."
"In meiner Zeit als Presbyterin..."
"habe ich viele wertvolle Begegnungen machen können."
"Ich wünsche dem Presbyterium für die Zukunft..."
"dass ihm immer eine Vielfältigkeit der Charaktere beschert ist. Gleiche Denke finde ich nicht gut. Nicht nur gleiche Typen. Ich wünsche ihm viele verschiedene Menschen."
"Wir würden uns freuen, wenn Du unserer Gemeinde weiter verbunden bleibst..."
"Wenn ich gesund bleibe, ja! Den Ehepaarkreis werde ich weiter machen. Im Friedhofsausschuss interessieren mich die Fragen zur Gestaltung des Friedhofs."

 
Nun das Interview mit Friedhelm Wagner

Rolf Seeger: "Beschädigte Fußböden, undichte Leitungen, klemmende Türen - da kennen wir in unserer Gemeinde nur einen Ansprechpartner, das bist Du, Friedhelm. Du bist Baukirchmeister?" Friedhelm Wagner: "Ich bin eigentlich Finanzkirchmeister. Ohne Finanzkirchmeister ist ein Presbyterium gar nicht geschäftsfähig. Weil aber beides eng zusammengehört, bin ich Finanz- und Baukirchmeister. Das bin ich dann schon über 6 Jahre lang gewesen."
"Du weißt es genau: seit dem 29.10.2006 bist Du im Presbyterium.
Ich weiß, dass Du Dich auch in außerkirchlichen Bereichen engagiert hast, zum Beispiel als Schöffe und bei der Gewerkschaft. Was hat Dich bewogen, Dich so intensiv und so lange in unserer Gemeinde zu engagieren?"
"Ich schätze an unserer Gemeinde, dass sie klein und überschaubar ist. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren. Beim Weihnachtsspiel mit den Erwachsenen durfte ich fünfmal den Joseph spielen. Die Männergottesdienste habe ich aktiv mitgestaltet. Die Fahrten nach Borkum, das war für mich immer etwas ganz Besonderes. Ich verbinde mit unserer Gemeinde Anerkennung und Kameradschaft. Fast jeden Sonntag findet ein Gottesdienst statt. Die Presbyterinnen und Presbyter sind zuverlässig da. Wenn wir in Sitzungen auch unterschiedlicher Meinung waren, sind wir immer freundschaftlich auseinandergegangen und konnten uns in die Augen gucken."

"Was ist für unsere Gemeinde oder die Kirche überhaupt wichtig, wenn Du an die Zukunft denkst?"
"Die junge Generation gewinnen für gemeinschaftliche Aufgaben und den Gottesdienst. Für die Zukunft wünsche ich mir keine 50% oder 75% Stellen für Pfarrerinnen und Pfarrer. Eine Gemeinde braucht in jedem Fall eine 100% Stelle für einen Pfarrer."

"Jetzt bitte ich Dich, folgende Satzanfänge zu vervollständigen…"
"Ich war im Presbyterium, weil…" "ich so Kirche mitgestalten kann und die Richtung mitbestimmen kann."
"In einer Presbyteriumssitzung habe ich…" "mal gedacht, wenn es um kleinere Beträge geht, dann konnte man schon mal lange beraten, bei kostenintensiven Beträgen war man sich schnell einig, zu meiner Überraschung."
"Am christlichen Glauben beeindruckt mich…" "Die 10 Gebote haben einen großen Einfluss auf mich. Ich wäre bestimmt ein anderer Mensch geworden, wenn es diese nicht geben würde. Dreimal durfte ich auf den Spuren unserer Religion in Israel wandeln. Diese Erlebnisse haben sich tief in mir eingegraben. Jerusalem, See Genezareth, Totes Meer, Bethlehem, Nazareth, all diese Stätten und noch viel mehr durfte ich sehen und bewundern. Danke dafür."
"Wie hoffen, Du bleibst unserer Gemeinde verbunden?"
"Ich wünsche mir, dass ich noch so manche Predigt verinnerlichen kann. Im Männertreff möchte ich gerne noch weitermachen. Wenn ich nach meinem Ausscheiden gebraucht werde, stehe ich für die eine oder andere Aufgabe bestimmt noch zur Verfügung."